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Kindergarten und Tagespflege für Senioren: ASB und Johanniter legen erste Konzepte vor

Neues Nutzungskonzept: Oben jung, unten alt

Krainhagen (rnk). Für den Bürgermeister ist es noch nur eine Möglichkeit, die geprüft werden muss, aber die Chancen stehen gut, dass für die leerstehende Grundschule eine Nachnutzung gefunden werden kann: Der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) und die Johanniter haben im letzten Ausschuss für Jugend und Soziales Konzepte vorgestellt, die eine Nutzung vorsehen: oben jung, unten alt. Der ASB-Landesverband Niedersachsen, der für Hannover-Land und Schaumburg zuständig ist, sowie die Johanniter wollen in der oberen Etage U3-Betreuung und eine I-Gruppe anbieten, unten soll es nach Vorstellungen des ASB zudem künftig Tagespflege für Senioren geben.

Oben werden die Kinder betreut, unten die Senioren: Es gibt neue

Der Kontakt kam eher zufällig zustande. Bei einer der Schienenbusfahrten war Bürgermeister Oliver Schäfer mit einem Vertreter des ASB ins Gespräch gekommen, die dort für die Bewirtung zuständig waren. Der ASB-Vertreter hatte ein bisschen über die Aufgaben geplaudert, die man erfülle, Schäfer daraufhin nachgehakt und um Vorschläge für Krainhagen gebeten. Schließlich hatte der Bürgermeister mehrmals bei der Debatte um die Zukunft der leerstehenden Schule eine soziale Nachnutzung favorisiert. Auch die Johanniter wurden eingeladen, Vorstellungen zu entwickeln, wie das Haus genutzt werden könnte. Nacheinander stellten dann Vertreter von ASB und Johanniter ihre Pläne im Ausschuss vor, der daraufhin eine Arbeitsgruppe mit der weiteren Planung beauftragte. Während der ASB Politikern und Verwaltung ein Konzept vorstellte, das sowohl den oberen als auch den unteren Teil des Gebäudes umfasste, konnten die Vertreter der Johanniter nur ein Konzept für die U3-Betreuung vorstellen. Was von der Verwaltung als nicht weitreichend genug gewertet wurde, schließlich werde das Haus in seiner Substanz nicht besser, wenn im unteren Bereich sich niemand um die Räume kümmere. ASB und Johanniter erhielten im Ausschuss nach ihrer Projektvorstellung die gleiche Aufgabe:detaillierte Pläne ausarbeiten und vorlegen. Zwar sind im oberen Bereich der ehemaligen Grundschule nach den ersten Plänen sogar drei Kindergruppen möglich, aber eine derart starke Zentralisierung ist von der Politik wohl nicht gewollt: Gerade bei der U3-Betreuung soll die Innenstadt nicht vergessen werden, sie ist eine Trumpfkarte, mit der die Stadt beim Thema Kinderfreundlichkeit künftig punkten möchte und muss. Berührungspunkte zwischen den beiden so unterschiedlichen Gruppen gibt es in der Ex-Schule nur, wenn sie auch gewollt sind, erklärt Jens Meier als Geschäftsführer des ASB-Landesverbandes. Über einen (noch zu schaffenden) separaten Eingang könnte die Tagespflege erreicht werden, der Außenbereichkönnte so gestaltet werden, dass Kinder und Senioren jeweils ihren eigenen Bereich hätten. Maximal 15 Plätze in der Seniorenbetreuung, achteinhalb Stunden am Tag, von Montag bis Freitag - so stellt sich Meier die Nutzung der unteren Räume vor. "Für Senioren, die bislang im Familienverbund leben und dies auch weiterhin möchten, aber tagsüber eben fachlich betreut werden möchten", umreißt er dieEckpfeiler der Tagespflege. Am Gebäude selbst reizt ihn die Hanglage in der schönen Umgebung - mit Blick auf die norddeutsche Tiefebene. Der obere Teil des Konzeptes sehe eine fachliche Kinderbetreuung vor: U3-Krippenplätze und eine Integrative Gruppe. Der ASB, so Meier, habe in Barsinghausen bereits ein ähnliches Modell erfolgreich eingeführt, neu sei in Krainhagen nur der Gedanke, auch eine Tagespflege für Senioren anzubieten. Eine Verbindung, so Meier, die übrigens in anderen Ländern Europas längst übliche Praxis sei. ASB-Fachleute, so Meier weiter, hätten die Substanz des Gebäudes bereits geprüft und ein "Umstrukturierungskonzept" erarbeitet. Zu den Umbaukosten will Meier sich nichtäußern, aber Schäfer schätzt sie auf 300- bis 400 000 Euro für das Gesamtprojekt; das entspricht der Summe, die vor vielen Monaten auch vom Bauamt der Stadt ermittelt wurde, um den Umbau zu einer den Sicherheitsanforderungen genügenden Grundschule zu ermöglichen - es war der Einstieg in den Ausstieg aus dem Grundschulstandort. Zwar werde, so Schäfer, die Stadt als Träger der Kindergärten im Falle der Einrichtung auch finanziell ins Boot genommen, aber nur für den Bereich, der den Kindergarten betreffe. ASB und Johanniter sollen nun der Stadt, unabhängig voneinander, ein detailliertes Konzept vorstellen.

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