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Im Bakeder Gewerbegebiet wird eine Mobilfunk-Anlage installiert / Bauaufsicht plant Ortstermin

Neuer Funkmast bringt Anwohner auf die Palme

Bakede (jhr). Eine neuer Mobilfunk-Sendemast sorgt in Bakede für Unruhe und Ängste. In der vergangenen Woche wurde die Sendeanlage auf dem Spänebunker der ehemaligen Stuhlfabrik Behre im Gewerbegebiet Südstraße aufgestellt, gestern waren Techniker mit der Installation beschäftigt – und Anwohner beschweren sich über die Standortwahl.

Der neue Funkmast auf der ehemaligen Stuhlfabrik. Für viele Anwohner steht er zu nah an ihren Häusern. Foto: jhr

Direkt von der Sendeanlage betroffen sieht Unternehmer Gerhard Ruppel sich und seine Mitarbeiter. „Unser Büro ist vielleicht zehn bis zwölf Meter von dem Sendemast entfernt – und wir sind nicht einmal gefragt worden, wie wir zu der Anlage stehen“, erklärt Ruppel.

Ortsbürgermeister Rolf Wittich ist inzwischen von mehreren Anwohnern auf die Installation des Mobilfunkmasten angesprochen worden. Auch er war im Vorfeld nicht über die Installation informiert worden, kann die Bedenken der Anwohner zum Teil verstehen – räumt aber ein, sich im Bereich der Auswirkungen von Mobilfunk-Sendeanlagen auf die Gesundheit nicht gut auszukennen. „Die Reaktionen der Anwohner reichen von Befürchtungen für ihre Gesundheit bis zu befürchteten Auswirkungen auf den Fernseh- und Internetempfang“, sagt Wittich. Andere Einwohner wiederum erhoffen sich besseren Mobilfunk-Empfang im Ort, weiß der Ortsbürgermeister. Er hat die Stadtverwaltung über den Aufbau der Anlage informiert – und im städtischen Planungsamt hat sich Karl-Heinz Knigge des Themas angenommen. Seiner ersten Einschätzung nach ist die Anlage baugenehmigungsfrei, weil der Funkmast nicht höher als zehn Meter ist. Geklärt werden muss seiner Meinung nach, ob die vorgeschriebenen Grenzabstände eingehalten werden – dazu ist zu klären, ob der Mast als eigenständiges Bauwerk gesehen wird oder zum ehemaligen Spänebunker zählt. Eine Standortbescheinigung der Bundesnetzagentur, datiert auf Ende September 2010, liegt vor.

Auch um die Frage möglicher gesundheitlicher Beeinträchtigung geht es dem Planungsamtsleiter, er hat daher die Bauaufsicht des Landkreises um Stellungnahme gebeten. „Der zuständige Mitarbeiter wird eine Ortsbegehung durchführen und den Sachverhalt aufklären“, kündigt Knigge an.

Für Gerhard Ruppel indes steht fest: Bei einem Handy am Ohr habe ich es selbst in der Hand, ob ich mich einer möglichen Gefährdung aussetze – einen Sendemast in unmittelbarer Nachbarschaft kann ich nicht einfach ausschalten.“

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