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Stadt in Gesprächen mit Entwicklungsgesellschaft / Boardinghouse-Idee ohne Mehrheit

Neuer Anlauf für Senioren-Wohnen am Kurpark

BAD MÜNDER. 2300 Quadratmeter in attraktiver Lage und mit markanter Adresse: Am Kurpark 1. Seit mehr als 20 Jahren sucht die Stadt eine Lösung für das Areal des ehemaligen Kurhotels. Investoren kamen und Entwickler sprangen wieder ab – jetzt gibt es offenbar einen neuen Vorstoß: Pläne für eine Senioreneinrichtung.

Loser Putz am Kurhotel wurde abgeschlagen – eine Sicherungsmaßnahme der Stadt ohne positive optische Auswirkungen. Foto: JHR
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Jens Rathmann Redakteur zur Autorenseite

Die Spitzen der münderschen Politik wurden über die Vorhaben von gleich zwei möglicher Investoren informiert, die sich näher mit dem Areal befasst haben. Über die Details der Vorstellung sei Stillschweigen vereinbart worden, heißt es. Aus für gewöhnlich gut unterrichteten Kreisen ist jedoch zu hören, dass dabei der grundsätzlichen Planung einer Entwicklungsgesellschaft, die sich auf Pflegeimmobilien spezialisiert hat, der Vorzug gegeben wurde. Eine Senioreneinrichtung mit bis zu 70 Zimmern könnte entstehen. Der Vorschlag eines weiteren Interessenten hatte eine jüngere Zielgruppe ins Auge gefasst: Ein Boardinghouse mit Apartments, die sowohl für kürzere Aufenthalte wie auch für Aufenthalte von mehreren Wochen oder Monaten geeignet sein sollten. Als mögliche Zielgruppe seien beispielsweise Teilnehmer der Kurse des Studieninstitutes des Landes ins Auge gefasst worden. In der nicht-öffentlichen Runde, in der die Projektideen vorgestellt wurden, habe es jedoch Bedenken gegeben, dass diese Nutzung in direkter Kurpark-Nähe nicht ideal sei und zudem die Stadt eine Konkurrenz zu bestehenden privaten Vermietern fördern würde. Der Bürgermeister sei von der Politik ermächtigt worden, in weitere Verhandlungen mit der Entwicklungsgesellschaft für die Seniorenresidenz einzutreten.

Dass der Zustand des ehemals florierenden Hotels kaum eine andere Lösung als einen Abriss zulässt, hat sich nach diversen Runden mit Investoren in den vergangenen 20 Jahren herauskristallisiert. Seit Mitte der 1990er Jahre wird das Hotel, das Fritz Koke 1898/99 angrenzend an das ehemalige Kurbadehaus bauen ließ, nicht mehr bewirtschaftet. Ohne Heizung und nach diversen Wasserschäden wird die Bausubstanz als derart schlecht eingeschätzt, dass auch die Stadtverwaltung in ihrem Exposé von „baufällig“ spricht. Der Abriss war auch die einzige Option, die Projektentwickler seit Anfang des Jahrtausends in Betracht zogen.

Das Wappen der Stadt auf der Tür erinnert an bessere Zeiten des Kurhotels. Fotos: Rathmann
  • Das Wappen der Stadt auf der Tür erinnert an bessere Zeiten des Kurhotels. Fotos: Rathmann
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