weather-image
22°
Fortbildung für Ärzte und Pflegepersonal im Fürstenhof des Rehazentrums

Neue Tabletten helfen Kliniken und den Thrombosepatienten

Bad Eilsen (nad). Nach Operationen ist die Gefahr groß, dass Patienten eine Thrombose bekommen. Bisher erhalten sie vorbeugend Spritzen. Seit Frühjahr 2008 sind Tabletten auf dem Markt, die ebenfalls die Thrombosegefahr verringern und auch den Personalaufwand des Krankenhauses senken sollen. Die Kliniken könnten sich ständige Laborkontrollen sparen, die bei den Thrombosespritzen noch an der Tagesordnung sind. Über die neuen Tabletten informierte Privatdozent (PD) Dr. Markus Quante, von Haus aus Orthopäde und Unfallchirurg, im Vortragssaal des Fürstenhofes in Bad Eilsen. D iese Fortbildung für Ärzte und Pflegepersonal stand unter dem Titel "Thromboseprophylaxe mit Ausblick auf neue Perspektiven in der oralen Therapie".

Privatdozent Dr. Markus Quante (l.) und Gastgeber Dr. Heinz Daal

Dr. Heinz Daalmann, Chefarzt der orthopädisch-traumatologischen Klinik im Rehazentrum Bad Eilsen, freute sich denn auch, den Spezialisten PD Dr. Quante aus Neustadt/Holstein, für dieses hochaktuelle Thema gewonnen zu haben. Ohne eine Thromboseprophylaxe werde keine Risikooperation mehr durchgeführt. Trotz der Heparinspritzen (Heparinwurde erst vor etwa 80 Jahren erfunden), der Thrombosestrümpfe und einer frühen Mobilisierung des Patienten nach der Operation gebe es dennoch keinen 100-prozentigen Schutz gegen Thrombose. Dr. Daalmann sprach die Hoffnung aus, dass sich die Akutkrankenhäuser und die Rehakliniken die neuen Medikamente, die hochwirksam seien, oral eingenommen würden, deren Entwicklung aber sehr viel Geld gekostet hätte, bald würden leisten können. PD Dr. Markus Quante ging in seinen Ausführungen zunächst einmal auf die Entwicklung der beiden neuen Medikamente ein. Es seien sehr viele Untersuchungen und Tests vorgenommen worden, bis die Sicherheit nachgewiesen und die Zulassung erteilt worden sei. Ausführlich berichtete PD Dr. Quante über die verschiedenen Versuchsreihen, die positiv verlaufen seien. Jetzt, so der Spezialist, könne man von beiden neuen Substanzen Dabigatran und Rivaroxaban behaupten, dass sie ein echter Fortschritt in der Thrombosevorbeugung seien, zumal sie den Patienten oral verabreicht würden. Die interessierten Kliniken müssten sich zunächst die Frage stellen "Wollen wir die orale Therapie?" Wenn ja, müsste sie kontrolliert eingeführt werden. Sicherheit sei auf jeden Fall gewährleistet. Die Krankenhäuser könnten von heute auf morgen von den Heparinspritzen auf die Tabletten umsteigen. Wichtig sei allerdings,den Patienten vernünftig auf zu klären, damit er ausreichend lange die Tabletten in der vorgeschrieben Form einnimmt. Als System der Zukunft bezeichnete auch Dr. Heinz Daalmann die neuartige Thromboseprophylaxe per Tabletten. Er dankte schließlich noch einmal PD Dr. Markus Quante für die sachkundige und breit gefächerte Information über die Neuentwicklung in der Thrombosevorbeugung.

Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare