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Abendspaziergang durch die Stadtbücherei / Spendenaufkommen sinkt dramatisch / 10 200 Ausleihen

"Nehmen Sie doch mal ein Kinderbuch mit..."

Obernkirchen (rnk). Sogar eine italienische Ecke gibt es. Die ist einem längst nicht mehr amtierenden Botschafter zu verdanken, der auf Vermittlung des Ratsmitgliedes Cirtosta für Literatur aus Italien sorgte. Das ist nicht die einzige kleineÜberraschung, die Renate Külb als Leiterin der Bücherei den Gästen beim ersten Abendspaziergang präsentieren kann.

In Obernkirchen ist das Lesevergnügen nicht nur zwei-, sondern z

Ein paar Zahlen: 10 200 Ausleihungen gab es im letzten Jahr, insgesamt konnten die 350 Mitglieder unter 13 600 Medieneinheiten wählen, bei den insgesamt 22 Bücherflohmärkten und Ausstellungen wurden 6125 Besucher gezählt, darunter war auch manche Schulklasse, die die Zahl gleich mit 25, 30 Kindern noch oben treibt, erklärt Renate Külb. Treibende Kräfte der Bücherei sind nach wie vor die Ehrenamtlichen, die "Eulen": 14 Frauen, die im Jahr 2005 insgesamt 2200 Stunden in der Bücherei ableisteten. Der Jahresbeitrag kostet 16 Euro, die Familienlesekarte 21 Euro, Kinder und Jugendliche zahlen fünf Euro für den jährlichen Lesespaß. Zu wenig für eine Bücherei, die sich einen gewissen Anspruch leistet, erklärt die Chefin, allein die Bewirtschafts- und Energiekosten schlagen pro Jahr mit fast 3000 Euro zu Buche, dazu kommen die Romane, die mit 20 bis 25 Euro auch nicht gerade billig sind - viel finanzieller Spielraum bleibt da nicht. 4600 Euro sind in diesem Jahr für die Neuanschaffung von Büchern vorgesehen. Noch arbeitet die Bücherei kostendeckend, noch ist genug Geld vorhaben, um jedes Haushaltsjahr mit plusminusnull zu beenden, doch in den letzten Jahren ist das Spendenaufkommen dramatisch gesunken. Waren es vor drei Jahren noch 10 000 Euro, die jedes Jahr durch Spenden aufgebracht wurden, so ist es jetzt nur noch die Hälfte. Daher haben die "Eulen" auch den Abendspaziergang ins Leben gerufen, der künftig mindestens einmal im Quartal angeboten werden soll. Spaziert wird dabei durch die Bibliothek, um so zum einen auf die attraktiven Angebote hinzuweisen, die sich auch in kleinen Ecken und Nischen finden lassen, zum anderen soll natürlich die Zahl der Nutzer erhöht werden - jeder Euro zählt. Mit sichtlichem Stolz stellt Renate Külb die Literaturecke vor, die in diesen Tagen Heinrich Heine gewidmet ist, Kunst-Lexika ("Nicht ganz billig, aber besser als die Anschaffung einzelner Bände"), Belletristik (rund 7000 Bände) oder den umfangreichen Gartenbereich, der in der Hitliste der Leser seit jeher ganz weit oben steht. Undsie hat auch einen besonderen Tipp parat: "Nehmen Sie mal ein Kinderbuch mit, damit können Sie ganz herrlich entspannen."

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