weather-image
16°
Landkreis: Brutplätze von Vögeln beeinträchtigt / Verein denkt über Klage nach

Naturschutz bremst Modellflieger aus - sind 25-Kilo-Flugzeuge zu laut?

Der Modellflugverein Rinteln möchte größere Flugmodelle starten lassen - der Landkreis reagiert ablehnend. Foto: pr. Rinteln (clb). Der Modellflugverein Rinteln will künftig auf den Rintelner Wiesen größere Flugmodelle starten lassen - und gerät dabei in Konflikt mit den Naturschützern. Auf einen entsprechenden Antrag des Vereins bei der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr in Wolfenbüttel reagierte die untere Naturschutzbehörde des Landkreises ablehnend, da in der Nähe des Flugplatzes Brut- und Rastplätze von Vögeln liegen.

0000439036-gross.jpg

"Flugmodelle, die eine Gewichtsspanne vonüber 25 Kilogramm haben und daher genehmigungspflichtig sind, würden zu viel Lärm verursachen und die Natur und Tierwelt nachhaltig beeinträchtigen", argumentiert Landkreis-Pressesprecher Klaus Hei-mann. Der Modellflugverein betreibt sein Hobby bereits seit sieben Jahren auf dem von ihm gepachteten Gelände zwischen dem Doktorsee und Möllenbeck, bislang war der Verein unter dem Namen MIG-Porta bekannt. "Um uns mehr mit der Stadt Rinteln zu identifizieren und neue Mitglieder aus der Weserstadt zu gewinnen, haben wir uns diesen neuen Namen gegeben", erklärt der erste Vorsitzende Heinz-Dieter Kölling. Zeitgleich mit seiner Umbenennung habe der Verein die so genannte "Aufstiegsgenehmigung für Flugmodelle" beantragt. Zuvor seien alle Flugmodelle, die in der Regel aus Holz, Kunststoff oder Glasfasergewebe bestehen, genehmigungsfrei gewesen, da sie unter 25 Kilogramm gewogen hätten, erläutert Kölling. Und mit den Modellen sei der Sport sieben Jahre lang kein Problem gewesen, erst jetzt - wo sie etwas größer sein sollen - würden sich die Behörden quer stellen. Der Landkreisäußert sich in seiner Stellungnahme ablehnend zu dem Antrag. "Aus naturschutzrechtlicher Sicht gibt es erhebliche Bedenken gegen größere Modelle, da sich in unmittelbarer Nähe das Naturschutzgebiet ,Ostenuther Kiesteiche' befindet." Auch Brut- und Rastplätze von Wasser- und Watvögeln würdensich in dem Gebiet befinden. Dies sei aus naturschutzrechtlicher Sicht nicht mit dem Modellflugsport zu vereinbaren, der nicht nur Lärm verursache, sondern auch optisch das Landschaftsbild störe. Auch ein geeignetes Ausweichgelände für den Modellflugverein zu finden, gestaltet sich schwieriger als angenommen, beide Parteien konnten sich bislang nicht einigen. "Wir als Verein wären auch bereit, auf ein geeignetes Ausweichgelände umzuziehen", erklärt Kölling. Heimann wiederum betont, die Naturschutzbehörde habe sichintensiv bemüht, eine Alternative zu finden. Doch alle Möglichkeiten - wie beispielsweise die Mitbenutzung der Plätze in Deckbergen oder Bückeburg - hätten dem Verein nicht gepasst. "Der Modellflugverein ist zu stark auf ein nah gelegenes Gelände fokussiert", so Heimann. Nun müsse man abwarten, ob die Landesbehörde den Antrag des Vereins genehmige, das Verfahren laufe nach wie vor, erklärt der Pressesprecher weiter. Falls die Aufstiegsgenehmigung aber abgelehnt werde, wolle der Verein klagen, macht Kölling deutlich. "Denn wir haben uns nichts vorzuwerfen - unser Hobby ist sinnvoll, wir integrieren Jugendliche. Auch größere Flugzeuge verursachen nicht mehr Lärm - im Gegenteil: Sie haben sogar eine bessere Schalldämpfung." Er habe bereits mit einem Anwalt vom Deutschen Modellfliegerverband Kontakt aufgenommen, der auf Probleme dieser Art spezialisiert sei. Und dieser, so Kölling weiter, sehe die Situation des Vereins deutlich im Recht.

Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare