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Landfrauen informieren sich über Hutewald-Naturschutzprojekt „Gelbbach“ im Osterwald

Natürliche Landschaftspflege

Springe/Osterwald. Die Wandergruppe des Springer LandFrauenvereins fand die Idee der historischen Waldbeweidung so spannend, dass sie dafür aktuell ihr Programm geändert und den Hutewald im Osterwald besucht hat.

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Friedrich Bartels vom Biolandbetrieb Eschenhof in Springe stellte den Landfrauen diese Form der Haltung seiner 13 schottischen Hochlandrinder vor. Die Highlandrinder sind sehr robuste Tiere, die ganzjährig im Freien leben und als Landschaftspfleger eingesetzt werden. „Hute“ leitet sich von derselben Wortwurzel ab wie Vieh hüten. Schon vor 250 Jahren wurden Schweine und Rinder zur Mast in die Eichenwälder zwischen Coppenbrügge und Eldagsen getrieben und in dieser Weise gehütet, wovon heute noch Relikte der alten Hutewälder zeugen, berichtet Angelin Kleuker. Die Einnahmen waren höher als der Holzertrag. Bei der 20 Hektar großen Fläche handelt es sich um ein Projekt der Landesforsten. Der Naturschutzaspekt wird dabei in den Vordergrund gestellt. Der Fichtenbestand wurde abgeholzt und große Eichen gepflanzt. Die alten Entwässerungsgräben wurden verschlossen, sodass das Gebiet wieder seinen natürlichen Wasserhaushalt erhält. Kleine Tümpel für Amphibien, Insekten und Vögel wurden angelegt, auch der Schwarzstorch wurde schon gesichtet. Die Rinder sollen das 20 Hektar große Areal freihalten, sodass sich eine Grasnarbe bilden kann. Die jungen gepflanzten Eichen werden so nicht von Nadelhölzern überwuchert. In dem lichten Eichenwald entwickelt sich eine artenreiche Bodenvegetation, die im Mittelalter typisch für unsere Region war.

Projektleiter Heiko Brede von den niedersächsischen Landesforsten erläuterte den Landfrauen auch die Finanzierung über 30 Jahre: Hier findet keine forstliche Produktion statt, es handelt sich um eine große Eichenpflanzung mit einer Umzäunung. An dem Kompensationsflächenpool „Gelbbach“ können Umweltpunkte erworben werden. Eingriffe in den Naturhaushalt andernorts können dadurch kompensiert werden. Diese Informationen von Bartels und Brede haben die Landfrauen neugierig gemacht, die weitere Entwicklung zu verfolgen. Sie waren begeistert vom freien Blick über das Gelände und wollen gern wiederkommen. Anschließend ließen sie sich frischen Pflaumenkuchen in der Café- scheune Mittelrode schmecken.

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