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Hochamüsante Unterhaltung: Monsieur Agon und Herr Niels reißen die Besucher in der Volksbank zu Jubelstürmen hin

Nachtausgabe-Publikum gerät aus dem Häuschen

Bückeburg. Das ist selbst für die an Erfolgsgeschichten reiche "Nachtausgabe" ein Novum gewesen: Bei der aktuellen Vorstellung geriet am Dienstagabend das Publikum der von der Volksbank in Schaumburg und der Schaumburg-Lippischen Landes-Zeitung veranstalteten Reihe bereits nach der zweiten Nummer komplett aus dem Häuschen.Auslöser der spontanen Heiterkeitswoge waren "Herr Niels" und "Monsieur Agon". Insbesondere der stumme Herr Niels riss die Besucher zu Jubelstürmen hin.

Herr Niels hat von Anfang an die Lacher des Publikums auf seiner

Autor:

Herbert Busch

Der Träger des Niedersächsischen Kleinkunstpreises, vom mit französischem Akzent parlierenden Kollegen als "erotischer Wirbelwind" avisiert, bewies - genau genommen - eigentlich nur ein wenig Ungeschick im Zuknöpfen seiner Hose. Die von einem beispiellosen Mienenspiel begleitete unerfolgreiche Komposition von Knopfleiste und Hosenträger ließ den Meister-Pantomimen indes schnurstracks zum Publikumsliebling avancieren. Herr Niels agierte gleichsam schwerpunktfrei, wie losgebunden von Erdanziehung und körperlichen Gesetzmäßigkeiten. Darüber hinaus garnierte der Gummigoliath seine Auftritte mit kleinen technischen Tricks, die zusätzliche Lacher produzierten. So drehte sich seine Malerrolle selbst dann, als er eine gar nicht vorhandene Wand zwischen sich und dem Publikum anstrich. Da war es für den charmanten Monsieur Agon zunächst nicht einfach, in der Gunst der Nachtausgabe-Gäste mitzuhalten. Der Conférencier griff in der Rolle des heiteren Franzosen zur Gitarre, sang, jonglierte, parodierte und bot von vielen Varieté-Zutaten ein bisschen. Den Applauspegel seines Mitstreiters erreichte Agon, als ihm - augenscheinlich tatsächlich - einige Tricks daneben gingen. Als ihm nach einem Ausflug ins Publikum unvermittelt ein "Jetzt ist das Ding wirklich im Arsch" herausrutschte und ein anderes Mal das komplette künstliche Gebiss, hatte er mit Herrn Niels gleichgezogen. Dass in der Fachpresse "vereint sind die beiden das wahrscheinlich ungewöhnlichste Duo der Varietéwelt" sowie "Monsieur Agon und Herr Niels verdienen das Prädikat ,Weltklasse' " zu lesen ist, darf nach der Vorstellung in der Kundenhalle der Volksbank als beinahe unterschriftsreif bezeichnet werden. Quirlig, ständig in Bewegung und nie um eine schlagfertige Antwort verlegen der eine, stoisch, wie in einer dauerhaften Zeitlupe gefangen und schweigsam dagegen der andere, gelingt ihnen ein kongeniales Arrangement, das hochamüsante Unterhaltung von profaner Klamotte unterscheidet.

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