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Starke Baumängel: Friedhofskreuzung wird bis Anfang nächster Woche saniert / Kosten: 120 000 Euro

Nach vier Jahren ist der Asphalt kaputt

Bad Münder (mari/jhr). Es ist eine von zahlreichen Baustellen – und doch eine ganz besondere: Der Knotenpunkt Friedhofskreuzung (B 442) muss vier Jahren nach der Sanierung wieder aufgerissen werden. Der Grund: massive Baumängel. Die Arbeiten sollen am Montag nächster Woche beendet sein.

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1000 Tonnen Asphalt fräsen die Bauarbeiter seit gestern von der Fahrbahn. Schwerstarbeit. Und doch eine Leichtigkeit gegen das, was sich im Vorfeld abgespielt hat: Das Straßenbauamt Hameln und die Firma, die die Friedhofskreuzung 2006 erneuert hat, haben einen zähen Rechtsstreit hinter sich. Nach unzähligen Gutachten steht fest: Die Fahrbahnschichten wurden bei zu hoher Feuchtigkeit aufgebracht und konnten sich deshalb nicht verbinden. Durch das starke Verkehrsaufkommen wurden die Lagen verschoben.

Die Sanierung wird 120 000 Eurokosten. Den Betrag muss nicht der Steuerzahler aufbringen. „Die Firma zahlt“, fasst Sabrina Honig, Leiterin des Fachbereichs „Bau“ beim Straßenbauamt Hameln, das Ergebnis des Beweissicherungsverfahrens zusammen.

Das Nadelöhr wird täglich von 13 500 Fahrzeugen passiert. „Um während der Bauphase lange Wartezeiten zu verhindern, wird der Verkehr von Hand geregelt“, so Honig. Ohne Staus geht es dennoch nicht.

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Die ersten Bagger sind seit Montag auf der Baustelle. Sie entfernen die Grünstreifen am Seitenrand. Seit gestern wird die Bundesstraße auf einer Länge von 450 Metern abgefräst. In Richtung Springe (L 421) müssen 200 Meter aufgerissen werden, in Richtung Bad Münder (Hannoversche Straße) sind es 20 Meter.

Um das Material recyceln zu können, frisst sich die 109 Dezibel laute Fräse in zwei Arbeitsgängen in die Tiefe: Zuerst verschwindet die zwei Zentimeter dicke Fahrbahndecke, dann ist der sechs Zentimeter dicke Binder dran. Dabei kommen 1000 Tonnen – 40 Lkw-Ladungen – Gestein zusammen. Dieselbe Menge Asphalt muss ab heute Nachmittag wieder auf die Straße aufgebracht werden.

„Wir müssen bis Sonnabend fertig sein. Wir wollen es aber bis Freitagnachmittag schaffen“, gibt Maschinist Holger Helms den Zeitplan vor. Das Aufbringen der Fahrbahnmarkierungen ist für Montag geplant. Arge Probleme erhalten die Arbeiter allerdings, sollte das Wetter umschlagen. Bei Starkregen müsste die Baustelle tagelang ruhen – damit die Bagger in vier Jahren nicht schon wieder anrücken müssen…

Auf Behinderungen müssen sich auch Autofahrer einstellen, die Luttringhausen als Ziel haben: Ab dem 11. Oktober ist die Kreisstraße 77 nach Luttringhausen zwischen der B442 und dem Ort voll gesperrt – die Kreisstraße wird an die neue Trassenführung der Ortsumgehung Eimbeckhausen angebunden.

Hier regnet es Asphalt: Die Fräse (hinten) reißt die Fahrbahndecke auf, häckselt sie und befördert die Stückchen auf einen Lkw.

Damit der Verkehr fließt, rückt Florian Manzke ständig die Baken weiter, Gerold Richter winkt die Autos voran. Fotos: mari

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