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Nur noch sechs Kinder im Spielkreis / Erzieherinnen weiterbeschäftigt / Kein Protest von der Politik

Nach Uchtdorf schließt auch Krankenhagen

Rinteln (crs). Nach Uchtdorf kommt jetzt auch das Aus für Krankenhagen: Die Stadt reagiert auf sinkende Geburtenzahlen und schließt innerhalb weniger Monate den zweiten Kinderspielkreis im Stadtgebiet. Nach 33 Jahren soll die Einrichtung am Thingplatzweg zu den Sommerferien ihren Betrieb einstellen.

Ihre Zeit im Kinderspielkreis nähert sich dem Ende: Candy (6, v.

Mit 20 Kindern war der Spielkreis am 15. Oktober 1975 gestartet, zwischenzeitlich waren es sogar 29 - sechs sind in diesem Jahrübrig geblieben. Candy, Emiray, Benjamin, Finn, Tim und Ilyas sind die letzten Kinder, die den Spielkreis in Krankenhagen besuchen. Die beiden Sechsjährigen Candy und Benjamin kommen im Sommer zur Schule, sodass nur noch vier Kinder übrig geblieben wären - zu wenig. Deswegen soll die Einrichtung im Sommer geschlossen werden, die vier Kinder gehen in den Kindergarten am Brink. Gelassen nimmt Marlies Eckel als Leiterin des Kinderspielkreises die neue Entwicklung hin. "Das ist völlig in Ordnung so", sagt die Erzieherin angesichts der kontinuierlich zurückgehenden Kinderzahlen, "alles andere würde ja ein Heidengeld kosten." Sie selber hat die Entwicklung 33 Jahre lang mitverfolgt: "Ich habe hier als Erste aufgeschlossen und ich werde auch als Letzte abschließen." Auch wenn sich ein bisschen Wehmut breitmacht, sieht Marlies Eckel vor allem Chancen: "Der Kindergarten ist größer als der Spielkreis, da gibt es mehr pädagogische Möglichkeiten, zum Beispiel mit dem eigenen Bewegungsraum." 44 Kinder werden hier ab den Sommerferien untergebracht sein, betreut von fünf Erzieherinnen. Darunter auch die beiden Mitarbeiterinnen des bisherigen Kinderspielkreises: Ursula Hollmann, auch schon seit 22 Jahren dabei, arbeitet bereits seit Januar im Kindergarten, Marlies Eckel folgt im Sommer. "Es wird ein harmonischerÜbergang", freut sich Erster Stadtrat Jörg Schröder für die Stadtverwaltung. Eine frühere Schließung sei aus wirtschaftlicher Sicht zwar angeraten, rein praktisch aber nicht möglich gewesen: Im vergangenen Sommer war der Bedarf an Kindergartenplätzen in Krankenhagen noch zu hoch, "ohne Absagen hätte das nicht funktioniert". Auch auf politischer Ebene regt sich kein Protest: "Wir sehen die Notwendigkeit der Schließung ein, es hat sich ja schon lange abgezeichnet", sagt Ortsbürgermeister Gerhard Werner stellvertretend für den gesamten Ortsrat. "Der demographische Wandel hat wohl auch Krankenhagen erreicht."

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