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Joggerin in Hohenrode von Labrador-Mischling gebissen / Hundehalter kümmert sich nicht um die verletzte Frau

Nach Hundeattacke verordnet Amtsarzt einen Maulkorb

Hohenrode (wm). Hohenrode kommt nicht aus den Schlagzeilen. Nach dem illegalen Welpenhandel beschäftigt die Behörden jetzt ein neuer Fall: Der Hund eines Hohenroder Anwohners hat Ende Januar eine Joggerin in Bauch und Bein gebissen, die auf dem Radweg in Höhe der Hohenroder Bushaltestelle morgens unterwegs war.

Eine Gürteltasche mit Handy hat zwar den Biss in den Bauch abgefangen, doch die Verletzung am Bein war so erheblich, dass die Frau drei Wochen lang in ärztlicher Behandlung war. Die Verletzte betonte, der Hohenroder sei mit zwei Hunden unterwegs gewesen und sie habe schon beim Anblick der Hunde vorsichtshalber aufgehört zu joggen und sei auf Abstand und im normalen Schritttempo an den Hunden vorbeigegangen. Trotzdem habe der größere der beiden Hunde sie angesprungen, ohne dass der Hundehalter eingegriffen hätte. Was er auch wohl kaum hätte tun können, der Hund war an einem rund sechs Meter langen Tau festgemacht. Eine Methode, einen Hund auszuführen, die auch bei Amtsveterinär Dr. Ulf Güber nur Kopfschütteln auslöste. Der Hundebiss ist inzwischen ein Fall für die Polizei und für Amtstierarzt Dr. Güber. Für die Polizei vor allem deshalb, weil der Hundehalter die verletzte Frau einfach auf dem Radweg hat stehen lassen und mit seinen Hunden weiter gegangen ist, als sei nichts geschehen - das nennt man unterlassene Hilfeleistung. Und dafür gibt es sogar einen Zeugen. Erst ein Autofahrer hat angehalten und sich um die Verletzte gekümmert. Was die Hohenroderin besonders empört: Auch später habe sich der Hundehalter nicht gemeldet und eine Schadensregelung für die Verletzung wie für die zerrissene Hose angeboten. Erst nach einem Schreiben habe sie Post von dem Anwalt des Hunde-halters bekommen. Thomas Grell, der den Hundehalter vertritt, erläuterte auf Anfrage ineinem Telefongespräch, die Versicherung des Hundehalters sei inzwischen über den Schadensfall informiert. Amtstierarzt Dr. Ulf Güber hat sich inzwischen den Husky-Labrador-Mischling angeschaut mit dem Ergebnis, dass das Tier nur noch mit Maulkorb und an der Leine ausgeführt werden darf. Bei Zuwiderhandlung muss der Besitzer mit einem "Zwangsgeld" rechnen, dem Hund droht Grundstücksarrest. Für Dr. Güber leider kein Einzelfall. Im Vorjahr seien dem Veterinäramt 90 Fälle mit aggressiven Hunden bekannt geworden - glücklicherweise allerdings sei nicht in allen Fällen wie in Hohenrode auch jemand verletzt worden. Dr. Grüber appelliert hier auch an die Zivilcourage von Betroffenen, gefährliche Hundeattacken den Behörden zu melden, um mögliche weitere Schäden zu verhindern.

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