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Alouette II jetzt offiziell außer Dienst gestellt / Erinnerungs-Exemplar in der Schäfer-Kaserne

Nach fast 50 Jahren: "Lerche" bleibt am Boden

Bückeburg (wop). Am 23. März war es soweit. Auf dem Achumer Flugplatz wurden die letzten fünf von ehemals 247 Exemplaren des Verbindungs- und Schulungshubschraubers Alouette II offiziell außer Dienst gestellt. Nachdem im Dezember 2005 der letzte reguläre Lehrgang beendet worden war, wurde jetzt die "Ausphasung", wie das Ende offiziell heißt, noch einmal feierlich begangen, mit Antreten, einer Rede des Generals der Heeresflieger und vielen ehemaligen Fliegern und Technikern. Und natürlich mit Erinnern und auch mit Wehmut. Gelegenheit dazu bot ein anschließendes Hallenfest.

Letztes Foto: Hauptmann Hänschen, Leutnant Sebastian Otte, Leutn

47 Jahre hat die französische "Lerche" den Heeresfliegern gedient. In den Divisionsstaffeln als Verbindungs- und Beobachtungs-, an der Schule als Schulungshubschrauber. Sie hat sich bewährt bei Hochwasser-, Schnee- und Waldbrandkatastrophen, bei militärischen und zivilen Übungen, bei Kranken- und Materialtransporten, bei Kurierflügen, Sucheinsätzen und fliegerischen Wettbewerben. Sie war bis zuletzt ein geduldiges, robustes und effektives Ausbildungsgerät für Generationen von Piloten bei Bundeswehr, Bundesgrenzschutz und Polizei. Seit 1959 hatte sich der kleine, wendige Turbinenhubschrauber zu einem gediegenen und beliebten Ausbildungsgerät entwickelt, das in jede Kasernenecke und in (fast) jede Waldlichtung passte. Das immer ansprang, militärischen Führern und ihren Gehilfen Überblick, persönlichen Eindruck und oft auch Prestige verschaffte und das den Heeresfliegern auf den Weg, in bis dahin unbekannte, Betätigungsfelder half. Nachtflug, Verwundetentransport, Fliegen mit Außenlast und Waffeneinsatz vom Hubschrauber gehen auf Versuche mit der "Alouette" zurück. Die Entwicklung der heute gültigen Konzepte für die fliegerische Ausbildung begann mit Erkenntnissen in den verschiedenen "Modell"-Lehrgängen in Bückeburg. So ist es auch nur konsequent, dass die letzten beiden "Azubis" noch einmal nach dem Jahrzehnte praktizierten 100-Stunden-Programm ausgebildet wurden. In einen Lehrgang hatten die "Sonderschüler" wegen ihres persönlichen militärischen Hintergrundes nicht gepasst und die verbliebenen Restflugstunden konnten so optimal genutzt werden. Und damit der nicht gerade erfreuliche Anlass nicht in Traurigkeit ausuferte, feierte der Fluglehrer der Beiden, Hauptmann Frank Hänschen seine 5000. Flugstunde und setzte mit ca. 3350 Stunden auf Alouette noch mal ein Highlight. Außerdem erhielten die Leutnante Daniel Scherer und Sebastian Otte als die letzten Flugschüler auf Alouette II die begehrten "Schwingen" an ihrem Ausbildungsplatz. Um Liebhabern und Freunden der "Lerche" den Anblick und ein Fotomotiv zu erhalten, wird die "German Army 7511" alsÄlteste mit gut 11500 Stunden auf der Zelle in Sonderbemalung an der Wache der Schäfer-Kaserne auf dem Sockel zur Schau gestellt. In den vergangenen beiden Wochen hat sich der "Color Bird" auf einem Deutschlandflug von allen aktiven und ehemaligen Heeresflugplätzen verabschiedet.

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