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16 Jahre das Staatsarchiv Bückeburg geleitet / Die Benutzer sind des Lobes voll

Nach 36 Jahren im Dienste Klios: Hubert Höing feierlich verabschiedet

Bückeburg (tw). Nach 36 Arbeitsjahren im Dienste Klios, Historikern als Muse der Geschichtsschreibung bekannt, ist Archivdirektor Dr. Hubert Höing am Donnerstag von Dr. Bernd Kappelhoff, Präsident des Niedersächsischen Landesarchivs, in den Ruhestand verabschiedet worden; 16 Jahre und damit eine halbe Generation lang war Höing Leiter des Staatsarchivs Bückeburg. Er hinterlässt seinem Nachfolger ein wohlgeordnetes Haus.

Dr. Hubert Höing (l.) erhält aus der Hand von Dr. Bernd Kappelho

In Höings Zeit haben 7500 Kunden das Staatsarchiv persönlich aufgesucht; sie forschten in der Einrichtung an 23 000 Tagen - wobei die schriftlichen Anfragen und Aufträge noch gar nicht mitgerechnet sind. "Sie haben das Staatsarchiv Bückburg als Nucleus (Kern) für die Identität der Region etabliert", lobt denn auch Kappelhoff. Der Historiker Dr. Helge bei der Wieden drückt das für die Benutzer der Archivalien so aus: "Ich erwarte von einem Archiv, dass es drei Dinge bietet - ausreichenden Arbeitsplatz, freundliche Atmosphäre und benutzbare Bestände. All das bietet ,Bückeburg' in hervorragender Weise." Das sieht Sigmund Graf Adelmann, der Höing aus Sicht der Kultureinrichtungen und Sponsoren seinen Dank ausspricht, nicht anders: "Das Staatsarchiv ist benutzerfreundlich wie sonst kaum eines", sagt der Geschäftsführer der Schaumburger Landschaft. Als freiwillige Zusatzaufgabe vermittle der 1944 in Rhede (Kreis Borken) geborene Höing das Erbe Schaumburgs einer breiten Öffentlichkeit. Nicht zu vergessen: "Unter Ihrer Regie", so Dr. Dieter Brosius für die Historische Arbeitsgemeinschaft für Schaumburg, "ist die Reihe der ,Schaumburger Studien' auf 18 Bände angewachsen." Darüber hinaus habe Höing die "Schaumburger Profile" begründet. Höing selbst stellt heraus, dass die Werkstatt des Staatsarchivs Aufgaben für die gesamte Archivlandschaft Niedersachsens wahrnimmt. Die Abteilung Sicherungsverfilmung befinde sich in Sachen Leistungsstatistik durchweg in der Spitzengruppe. Die Abteilung Restaurierung mit ihren innovativen Methoden und arbeitsteiligen Abläufen könne sogar Vorbildcharakter für sich beanspruchen; das finde seinen Ausdruck in Besuchen von Fachkollegen aus ganz Europa. Selbst das Bundesarchiv schicke Praktikantinnen nach Bückeburg, damit sie die hier praktizierten Verfahren kennenlernten. Der scheidende Archivdirektor bilanziert sein Lebenswerk bei der Verabschiedung selbst so: "In aller Unbescheidenheit darf ich sagen, dass einiges ins Werk gesetzt wurde, was ohne mich nicht zustande gekommen wäre, vieles wurde in Gang gesetzt, was ohne mich anders gelaufen wäre. Manches davon wird bleiben. Das wünsche ich mir." Ein Nachfolger für Höing wurde am Donnerstag offiziell noch nicht genannt.

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