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Peter Wagner geht zu Silvester in Rente

Nach 32 Jahren Schluss mit dem Schornstein

Landkreis (bes). Zu Silvester ist für Peter Wagner als Bezirksschornsteinfeger Schluss. Dann wird der 65-Jährige sein Amt an Stephan Sprave abgeben und sich seinen Hobbys, dem Reisen und dem Fliegen, widmen.

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Wehmut sei selbstverständlich dabei, sagt Wagner bei der Vorstellung seines Nachfolgers im Kreishaus lachend. "Ich bin aber der Meinung, dass es reicht!" Die beiden kennen sich mittlerweile, und Wagner hat auch schon damit angefangen, die Übergabe des Bezirks vorzubereiten. Zu diesem Zweck haben sich er und sein Nachfolger mehrmals getroffen. "Ich hab mir auch schon das Schloss mit den wunderschönen alten Kaminen angesehen", sagt Sprave. Zudem wolle er auch den Angestellten von Wagner übernehmen, denn dieser kenne den Bezirk. "Das ist ein Riesenvorteil." Sprave wohnt in Herford und war vor derÜbernahme des Kehrbezirks Bückeburg sechs Jahre lang in Hannover tätig. Er habe sich extra für den Kehrbezirk Bückeburg beworben, weil dieser nah an seiner Heimat sei, betont Sprave. Für Wagner geht indes mit der Übergabe des Kehrbezirks ein langes und abwechslungsreiches Berufsleben zu Ende. Als er 1958 seine Lehre begann, arbeiteten er und seine Kollegen bis in den Winter hinein noch ohne Socken, erzählt er, denn beim Klettern in den Kaminen gingen diese schnell kaputt. Doch in den siebziger Jahren begann sich das Berufsbild und damit auch die Berufskleidung zu wandeln. Denn mit dem Aufkommen derÖlheizung führten die Schornsteinfeger fortan außer der Feuerstättenschau auch Emissionsmessungen durch. So wurden der traditionelle schwarze Zylinder und der schwarze Anzug abgelegt und die Socken angezogen. Anfangs haben es die Schornsteinfeger mit Kitteln probiert, doch schnell gemerkt, dassdie nicht praktisch sind, schmunzelt Wagner. So ist man schließlich zu der jetzigen Kluft gekommen. Eine Gemeinsamkeit zwischen 1958 und 2008 gibt es aber noch, denn Schornsteinfeger tragen immer noch schwarz. "Damit man uns erkennt", lachen Sprave und Wagner.

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