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Familie Tecklenburg stellt Stall und Melkhaus fertig / Nach Brand 500 000 Euro in Neubau investiert

"Muuuh": 46 Kühe fühlen sich sauwohl

Luhden (tw). "Sie haben sich auf Anhieb wohl gefühlt. Legten sich nach einer Orientierungsrunde in die Boxen - und fingen sofort an zu fressen. Das hat uns selbst überrascht", strahlt Wilhelm Tecklenburg. "Sie", dass sind die 46 Kühe, für die der Luhdener Landwirt nach dem verheerenden Brand vom 25. November 2004 im Süden der Mothe einen neuen Stall plus Melkhaus gebaut hat.

Ein Kuh-Mosaik ziert die Bodenfliesen am Eingang zum neuen Melkh

Beides ist jetzt so gut wie fertig, und die Tiere, die eineinhalb Jahre bei Alfred Wegstroth in Kathrinhagen untergekommen waren, sind zurück. "Für das Ausweichquartier gebührt Alfred und dem Auetal ein Riesendank", unterstreicht Tecklenburg. Die Kühe - inclusive der eigenen Nachzucht sollen es später einmal 50 bis 60 werden - haben die Heimreise in den beiden Viehwagen gut überstanden. "Nur ein Tier hat sich leichte Hautabschürfungen zugezogen; ich hatte mit fünf bis sechs ,Verletzten' gerechnet", so der Landwirt. Rund 500 000 Euro hat die Familie in den Neubau der beiden Komplexe gesteckt, Seit 1. September 2005 hatten Wilhelm, Marina, Christoph und Friderike Tecklenburg dran gearbeitet, unterstützt nur von ein bis zwei Maurern. "Eigentlich", so der Luhdener, "wollten wir die Tiere schon zum 1. April im neuen Stall haben - aber das Wetter hat uns einen Strich durch die Rechnung gemacht und die Arbeiten um zwei Monate verzögert". Kommt hinzu: "Noch vor 14 Tagen", ärgert sich der Landwirt, "wurde uns Werkzeug im Wert von 2000 Euro von der Baustelle gestohlen". Die Täter hatten es nur auf das Beste abgesehen. Damit Ähnliches nicht wieder passiert, lässt die Familie jetzt Bewegungsmelder an den Neubauten anbringen, die mit dem Tecklenburg-Hof elektronisch vernetzt sind. "Geben die Signal, bin ich in wenigen Minuten am Stall", betont der Luhdener. Denn Restarbeiten sind auch jetzt noch zu erledigen. So müssen Fallrohre für das Regenwasser angebracht, muss der Giebel verkleidet und die An- und Abfahrt zum Komplex befestigt werden. Spätestens mit Beginn der dunklen Jahreszeit soll auch die Notbeleuchtung - einstweilen reicht im Stall eine 100 Watt-Birne - durch "richtiges" Licht ersetzt werden. Die Familie ist zu Recht stolz auf das Geleistete: "Durch die Neubauten verbessern sich die Arbeitsabläufe", sagt der Landwirt. Ein Beispiel: Im alten Stall konnte er acht Kühe gleichzeitig melken, im neuen sind's derzeit 16. Ausgelegt ist die Anlage für bis zu 24 Tiere. Aber auch dem Milchvieh bringt der neue Stall Vorteile: Ihr jetziges Quartier ist viel heller und viel luftiger, als es das alte jemals sein konnte. Außerdem haben die Tiere im neuen Stall erheblich mehr Platz. Folge: "Die Kühe haben weniger Stress, damit steigt auch die Milchleistung", freut sich der Luhdener. Im Spätsommer will die Familie Tecklenburg das Großprojekt mit einem "Tag der offenen Tür" feiern. Eingeladen ist das ganze Dorf, von dem die Tecklenburgs immer wieder mit Kaffee und Kuchen bei Laune gehalten und von manch hilfreicher Hand unterstützt wurden. Eingeladen ist aber auch das Fachpublikum. Insbesondere letzterem haben die Neubauten von Stall und Melkhaus viel Interessantes zu bieten. "Eine Besonderheit ist, dass wir die Elektronik in den Keller gelegt haben; das nennt man ,Subway'-Lösung", so Tecklenburg. Besonders ist aber auch der ebenerdige Zugang zum Melkhaus sowie der Stall, der - um den Kühen trockene Laufflächen zu bieten - ein Gefälle von zwei Prozent aufweist. Last, but not least ist's das bislang eher unübliche Blechdach, dass für Diskussionen sorgen dürfte. Übrigens: Blickt Tecklenburg zurück, gilt sein ganz besonderer Dank Dieter Wilharm-Lohmann (Meinsen) und Wilfried Vauth (Lindhorst). "Der eine hat mir noch in der Brandnacht spontan gesagt: ,In zwei Stunden kannst Du mit Deinen Tieren zu mir kommen'. Der andere hat uns immer wieder den Rücken gestärkt, als wir damals fast vor dem Nichts standen."

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