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Diakonie-Beauftragte besuchen soziale Einrichtungen in Dresden / "Stoffwechsel e.V." funktioniert auf Spendenbasis

"Mutter Teresa von Dresden" gründet Jugend-Projekt

Rinteln. Das Diakonische Werk der Stadtmission Dresden e.V. hatte Kirchenkreissozialarbeiter Martin Barwich aus Rinteln und 30 Diakonie-Beauftragte aus neun Kirchengemeinden des Kirchenkreises Grafschaft Schaumburg zu einem Austauschüber die Arbeit der Diakonie eingeladen.

Die Reisegruppe vor ihrem Quartier, dem Christlichen Freizeit- u

Zum Diakonischen Werk Dresden gehören 40 Einrichtungen mit rund 1000 Mitarbeitenden. Die Arbeitsfelder umfassen Altenhilfe, Sozialarbeit, Psychiatrie, Behindertenhilfe, Kinder, Jugend und Familie und auch missionarische Tätigkeit. Neben einem Projekt zur Integration überwiegend älterer Aussiedler aus den GUS-Staaten und einer Freiwilligenzentrale, die ehrenamtliche Tätigkeiten vermittelt, gibt es auch das übergemeindliche Projekt Nachtcafe. Dabei öffnen katholische und evangelische Kirchengemeinden und auch die Heilsarmee provisorisch Gemeinderäume für Wohnungslose. Von 160 Ehrenamtlichen getragen werden Gespräche,Mahlzeiten und Übernachtung angeboten. Für weitere Hilfe sorgen die Dresdener Obdachlosenzeitung "Drobz" und ein Verein für Gesundheitshilfe, der Zuzahlungen für Arztbesuche übernimmt. Die Kirchenbezirkssozialarbeit ist mit der Kirchenkreissozialarbeit in Rinteln vergleichbar. Zwei Sozialarbeiter bieten Beratung und Einzelfallhilfe an. Aus dem Spendenfonds der Aktion "Lichtblick" der Sächsischen Zeitung können auch Beihilfe gewährt werden. Natürlich gibt es auch in Dresden eine Tafel, die von einem Verein getragen wird. "Geschockt waren wir nach der Wende, als wir 75 Mitarbeitende,überwiegend Sozialarbeiter, entlassen mussten, weil es noch keine Anträge auf eine Weiterfinanzierung gab", berichtet Karl Schäfer, Pfarrer und Direktor des Diakonischen Werkes. Mit Schrecken denkt er auch an das Chaos vor fünf Jahren zurück, als wegen der Elbüberflutung die die Zwangsevakuierung von Heimbewohnern angeordnet worden war. Völlig unnötig, wie sich im nach hinein herausstellte. Die Diakonie-Beauftragten bedankten sich bei Karl Schäfer und seinen Mitarbeitern für den freundlichen Empfang und überreichten ein Buchgeschenk und eine Geldspende. Romy Becker vom ebenfalls in der Dresdener Neustadt ansässigen Kinder- und Jugendhilfeprojekt "Stoffwechsel e.V." berichtete, wie der Verein im Jahre 1993 von der damals bereits 68 Jahre alten Sabine Ball mit der Eröffnung eines Cafés seinen Anfang nahm. Die heute 81-Jährige wird wegen ihres selbstlosen Einsatzes für die Kinder und Jugendlichen auch die "Mutter Teresa von Dresden" genannt. Das Projekt ist mehrfach unter anderem Richard von Weizsäcker ausgezeichnet worden. Die stark christlich motivierten MitarbeiterInnen arbeiten mit Kirchengemeinden, Schulen, Vereinen und anderen Jugendhilfeeinrichtungen zusammen. Für viel Gesprächsstoffbei der Reisegruppe sorgte die Schilderung der Finanzplanung des Vereines: Es wird auf reiner Spendenbasis im Vertrauen darauf gearbeitet, dass Gott für alles Notwendige sorgen wird. Jeder der 17 hauptamtlich Beschäftigten wird von einem eigenen Spenderkreis finanziert und hat keine Garantie dafür, dass am Ende des Monats auch das volle Gehalt gezahlt werden kann. Erstaunlicherweise hat dieses Prinzip bisher immer funktioniert und dem Projekt die Unabhängigkeit von staatlichen Mitteln erhalten.

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