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Landkreis spricht von Interimslösung bis Juli 2011 / Miete in Höhe „nutzungsbedingter Nebenkosten“

Musikschule muss sich neue Bleibe suchen

Bad Münder (mf). Die Jugendmusikschule Bad Münder (JMS) sieht weiter einer ungewissen Zukunft entgegen. Der Landkreis ist zwar bereit, dem Verein bei der Höhe der Mietzahlungen entgegen zu kommen. Vermutlich muss sich die Einrichtung aber dennoch spätestens zum 1. August 2011 nach neuen Räumlichkeiten umsehen.


Das ist das Ergebnis eines Krisengipfels, an dem neben Vertretern der Musikschule auch Kreiskämmerer Carsten Vetter, Bürgermeisterin Silvia Nieber und Sozialamtsleiterin Elisabeth Borcherding teilnahmen. Mit Rücksicht auf weitere Verhandlungen wollte sich Vereinschef Andreas Seidel nicht näher zum Inhalt des Gesprächs äußern. Nur so viel: „Es war konstruktiv – ich bin zuversichtlich, dass wir eine Lösung finden werden.“

Fest steht: Der Kreis hat zugesagt, die Miete für die Nutzung der von der JMS in der Hinrich-Wilhelm-Kopf-Schule (HWK) belegten Räume wieder zu senken. Und zwar auf das Niveau der „nutzungsbedingten Nebenkosten“, wie Vetter erklärte.

Hintergrund: Die Musikschule hatte in den Vorjahren monatlich pauschal rund 400 Euro Miete für fest zugewiesene Räume gezahlt – laut Seidel eine akzeptable Größenordnung. Nach dem Einzug des ersten KGS-Jahrgangs in der HWK musste die Musikschule dann innerhalb des Gebäudes auf Wanderschaft gehen. Mit der Folge, dass die Kosten für nun einzeln abgerechnete Räume deutlich höher ausfielen. Unter diesen Bedingungen sei die Zukunft der JMS gefährdet, hatte der Vorstand daraufhin Alarm geschlagen (wir berichteten).

Mit dem Signal des Landkreises, dem Verein hier entgegen kommen zu wollen – andere Zuschüsse schließt man in Hameln kategorisch aus – sind die Probleme für die Musikschule indes noch nicht vom Tisch. Der Kreis hat nämlich gleichzeitig deutlich gemacht, dass er der JMS die Nutzung seiner Schulen (HWK und Astrid-Lindgren-Schule) nur noch bis zum 31. Juli 2011 zusagen könne. Denn: Wenn der Umbau der Abraham-Lincoln-Realschule (ALS) im Sommer noch nicht fertig sein sollte, müsste auch der nächste KGS-Jahrgang in der HWK unterrichtet werden. Und dann wird es dort eng. Aber selbst wenn die KGS Mitte 2011 umziehen kann, hat die Musikschule schlechte Karten. In diesem Fall würde der Kreis versuchen, seine nicht mehr benötigten Schulimmobilien schnell zu vermarkten. „Es kann also so oder so nur um eine Interimslösung gehen“, steht für Vetter fest.

Notgedrungen hält der JMS-Vorstand deshalb derzeit schon Ausschau nach einer gänzlich neuen Heimat. Denkbar ist dabei auch eine gemeinsame Lösung mit der Musikschule Springe, die ähnliche Probleme hat.

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