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Musikalische Sternstunde lockt 10.000 Fans in die TUI-Arena

Wenn zwei Superstars gemeinsam auf Tour gehen, freut sich in der Regel das Publikum. Das war auch in Hannover so – gefeiert wurden beide, der bessere Musiker, und auch Sänger, hieß an diesem denkwürdigen Abend jedoch Mark Knopfler.

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Auf den Ex-Chef der Dire Straits kann man sich noch immer verlassen – Mark Knopfler gilt als musikalischer Dienstleister, der bei seinen Live-Konzerten der Fangemeinde nichts schuldig bleibt. Dass er an diesem Abend aus seinem großen Dire-Straits-Repertoire mit „So Far Away“ gerade einmal ein Stück aus der glorreichen Schatzkiste holt, ist eigentlich schade.

Los ging’s jedoch mit dem Wirtschaftskrisensong „Why Aye Man“, der sich mit dem Thema „Englische Arbeitssuchende auf dem Weg ins gelobte Land Deutschland“, befasst. Der Gitarren-Poet mit den sanften, einfühlsamen Gitarrenläufen schafft es auch mit Irish Folk, Country und Blues, das Publikum zu begeistern, kann dabei auf eine glänzend eingestellte Begleitband zurückgreifen. Die ist mit Flöten, Mandolinen und überwiegend akustischen Gitarren etwas anders ausgestattet, als man es sonst bei Knopfler-Konzerten gewohnt ist.

Als Zugabe gibt’s „So Far Away“ – und genau das wollen die Fans ganz und gar nicht. Sie wollen beim Final Countdown den gebürtigen Schotten hautnah erleben, verlassen fluchtartig ihre Plätze und feiern ihren Mark vor den Bühnen-Absperrgittern.

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  • Ein souveräner Mark Knopfler mit einer tollen Band.

Nach einer kurzen Umbauphase wird es dunkel auf der Bühne – Dämmerlicht, das Bob Dylan seit Jahren bei seinen Konzerten zu bevorzugen scheint. Die große Rampensau ist „Mr. Bob“ noch nie gewesen. Den eher introvertiert und scheu wirkenden Künstler hat die Erwartungshaltung seines Publikums noch nie so richtig interessiert, spielte bis dato seine Songs immer so, wie es ihm gerade in den Sinn kam.

Für die Fans im wahrsten Sinne des Wortes nicht immer einfach zu verstehen, insbesondere wenn Dylan seine inzwischen doch sehr in Mitleidenschaft geratene Stimme erhebt.

Da wird ein Auftritt schnell zur Rateshow – zumindest. was die Songs betrifft. Selbst die eingefleischten Dylan-Fans mussten in Hannover ihre Lauscher in höchste Alarmbereitschaft versetzen, um „Dont Think Twice“ sofort zu erkennen – ähnlich war es bei anderen Titeln, die er in meist gewöhnungsbedürftigen Versionen performt.

Trotzdem war es wohl das beste Konzert, das Bob Dylan in Hannover bisher abgeliefert hat. Eine super Band und ein manchmal fast locker wirkender Dylan überzeugten teilweise voll und ganz.

Die ersten vier Titel spielt Mark Knopfler zusammen mit Dylan, bevor ihn der Meister wortlos in die Garderobe schickt. Er wird es ihm verzeihen, denn die beiden kennen sich schon seit 1979. Knopfler spielte auf „Slow Train Coming“ (1979) und 1983 auf „Infidels“ Gitarre, letzteres Album wurde auch von ihm produziert. Eigentlich sollte er ihm auch dankbar sein, denn die TUI Arena hätte Dylan allein nicht einmal zur Hälfte füllen können.

Zum Schluss mit „All Along The Watchtower“ und „Like A Rolling Stone“ noch zwei Klassiker des 70-Jährigen, der hoffentlich früh genug erkennt, wann er der Bühne Lebewohl sagen sollte. Mit seinem musikalischen Schaffen hat er sich schon zu Lebzeiten ein Denkmal gesetzt – und das soll bitte niemals anfangen zu bröckeln.

Musikalische Sternstunde

lockt 10 000 Fans in die TUI-Arena

Bob Dylan und

Mark Knopfler

bescheren Konzerterlebnis auf

höchstem Niveau

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