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Designierter Heimatvereins-Vorsitzender Wolfgang Vonscheidt zu Zukunftsplänen

"Müssen uns wirkungsvoller als bisher in der Öffentlichkeit positionieren"

Bückeburg. "Unsere Kandidatenkür ist auf breite Zustimmung gestoßen", freut sich Dr. Klaus-Henning Lemme, stellvertretender Vorsitzender des Schaumburg-Lippischen Heimatvereins. Die Basis habe auf den Vorschlag, den Ex-Bankchef Dr. Wolfgang Vonscheidt zum neuen Vereinsvorsitzenden zu wählen, "sehr, sehr positiv" reagiert. Der Vorstand gehe deshalb von einem klaren Votum für Vonscheidt bei der am Wochenende tagenden Mitgliederversammlung aus.

Wolfgang Vonscheidt vor dem vom Schaumburg-Lippischen Heimatvere

Die Neubesetzung des Postens ist erforderlich geworden, weil die bisherige Vorsitzende Dr. Roswitha Sommer nach mehr als 25-jähriger Führungsarbeit ihren Rückzug angekündigt hat (wir berichteten). Die Verabschiedung der studierten Apothekerin und Historikerin soll in würdiger Form im Rahmen der Versammlung über die Bühne gehen. Die Neu- beziehungsweise Wiederwahl der übrigen Mitglieder des geschäftsführenden Vorstands (Stellvertretender Vorsitzender Dr. Klaus-Henning Lemme, Schatzmeister Karl-Heinz Kilb und Schriftführer Wolfgang Gloede) steht nicht auf der Tagesordnung - die Abstimmung darüber ist laut Satzung erst 2007 Jahr fällig. Auch bei den weitgehend selbstständig operierenden Ortsgemeinschaften ist Kontinuität angesagt. Mit Karl-Heinz Kirchhoff (Stadthagen), Heinrich Amelung (Lindhorst) und Inge Bührmann (Hagenburg) bleiben drei der augenblicklich vier Regionalleiter im Amt. Ein Wechsel steht lediglich in der Seeprovinz an. Die 300 Mitglieder der Ortsgemeinschaft haben sich für den Dipl.-Ing. Friedrich D. Siekmann aus Steinhude als Nachfolger des langjährigen, aus Altersgründen zurückgetretenen Hermann Beckedorf ausgesprochen. Die Bestätigung durch die Mitglieder gilt als Formsache. Der designierte Vorstandskandidat Vonscheidt hält sich mit öffentlichen Ankündigungen und Aussagen zu den Einzelheiten und Schwerpunkten seines künftigen Engagements noch zurück. "Zuerst einmal muss ich das Vertrauen der Versammlung gewinnen und gewählt werden", so die offizielle Kandidatenauskunft. Im Moment sei er vor allem damit beschäftigt, "in den Verein hineinzuhorchen und zuzuhören". Außerordentlich beeindruckt ist er nach eigenem Bekunden von Umfang und Qualität des ehrenamtlichen Engagements und vom "geistigen Potenzial" des Vereins. "Es dürfte hierzulande nur ganz wenige Bürgergemeinschaften geben, die über Jahrzehnte hinweg ein vergleichbares kulturelles und soziales Angebot auf die Beine gestellt haben und Monat für Monat neu erbringen." Diese Leistung dürfe und müsse viel stärker als bisher "nach außen dringen". "Der Verein mit seinen immerhin 1300 Mitgliedern sollte sich wirkungsvoller als bisher in der Öffentlichkeit positionieren und gezielte Kontakte zuWirtschaft und Politik pflegen, um auch von dort Unterstützung einzufordern." In die gleiche Richtung zielen seine Vorstellungen von vereinsübergreifender Zusammenarbeit. "Sollte mir die Verantwortung übertragen werden, wird der Schaumburg-Lippische Heimatverein auf die anderen, mit der Pflege und Entwicklung unserer Heimat befassten Initiativen, Vereine und Einrichtungen zugehen und - im Rahmen eines Netzwerks - nach Wegen der Zusammenarbeit suchen." Dazu gehöre "auch die Kontaktsuche zu den Schulen, um auch junge Menschen für uns und unsere Anliegen zu begeistern". Überhaupt ist nach Vonscheidts Einschätzung "heutzutage eine zeitgemäße und zukunftsgerichtete Vereinsarbeit" gefragt: "Es geht darum, eine Verbindung zwischen Vergangenheit und Zukunft, zwischen Tradition und Moderne herzustellen." Einen weiteren wichtigen Ansatzpunkt sieht der Banker in Punkto Vereinsklima und Zusammengehörigkeitsgefühl innerhalb der Mitgliedergemeinschaft. "Ich möchte die Fachkompetenz und Kreativität, die in dieser Vielzahl von Köpfen steckt, animieren und dazu ermutigen, sich noch mehr und noch aktiver als in der Vergangenheit einzubringen und mitzugestalten." Es müsse ein Klima geschaffenwerden, "in dem sich alle gern und mit Freude engagieren und mitarbeiten". Vordringlichste praktische Aufgabe wird nach Einschätzung Vonscheidts die Organisation und Finanzierung des Museums sein. "Da muss einiges auf den Prüfstand, damit wir dieses ganz und gar außergewöhnliche und einmalige Angebot auf rein ehrenamtlicher Basis aufrechterhalten und vielleicht sogar noch attraktiver gestalten können."

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