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Motorrad-Gottesdienst in Eimbeckhausen als Dialog

EIMBECKHAUSEN. Es wirkt oft so, als ob zwei Welten aufeinandertreffen: Die Motorradfahrer knattern lautstark auf dem Asphalt den Nienstedter Pass rauf und runter, die Anwohner stöhnen über den Lärm, den Gummigeruch und einzelne, ignoranten Fahrer. Unversöhnliche Parteien? Daran will man in Eimbeckhausen nicht glauben.

Gottesdienst mit Motoren und Rädern: Tasso Rudolph (von links) mit Jan Wieland auf seiner Honda Deauville, Pastorin Sonja Wieland, Kirchenvorsteherin Heidrun Huber und Mitorganisatorin Johanna Brand. Foto: Dittrich
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Benedikt Dittrich Redakteur zur Autorenseite

Stattdessen versuchen es die Eimbeckhäuser mit einer Veranstaltung von und für Motorradfahrer – mit der Kirche im Rücken. Die St. Martin-Gemeinde lädt zum Motorradgottesdienst ein, auf der Wiese direkt vor dem Gemeindehaus. Unter dem Motto „Wenn Jesus ein Biker wäre“ soll es vorrangig um die Themen und Sorgen der Motorradfahrer gehen. „Es ist auch ein gefährliches Hobby“, erklärt Pastorin Sonja Wieland. Das bestätigen auch die Motorradfahrer aus dem Organisationsteam, Tasso Rudolph und Johanna Brand. „Es geht also auch viel um Trauerarbeit“, ergänzt Wieland.

Vorweg spielt am Sonntag, 24. September, die lokale Rockband „Stoned Def“, es wird gegrillt, es gibt Kuchen. Parken können die Gäste mit ihren Maschinen auf dem Gutshof gegenüber. Ab 11 Uhr wird der Grill glühen, im Anschluss an das Konzert von „Stoned Def“ beginnt gegen 14 Uhr der Gottesdienst mit Prädikant Joachim Schütz.

Der Freiluft-Gottesdienst geht zurück auf eine Idee von Musiker Tasso Rudolph im vergangenen Jahr. Mit Pastorin Sonja Wieland kam der junge Mann aus Beber, der selbst auch leidenschaftlich gern auf seiner Honda Deauville unterwegs ist, auf die Idee. Er wird den Gottesdienst auch am Klavier musikalisch mitgestalten. Zur Unterstützung hat er sich außerdem noch Sänger und Gitarrist Florian Feuerhake geholt.

Der Gottesdienst ist auch als Veranstaltung der Biker-Union angemeldet – dem größten Dachverband für Motorradfahrer in Deutschland. Entsprechend hoffen Wieland und Heidrun Huber vom Kirchenvorstand auch auf viele Biker von außerhalb. „Auch um ins Gespräch miteinander zu kommen“, betont Huber, die zu den lärmgeplagten Anwohnern an der Passstrecke und Kritikern zu lauter Motorräder gehört.

Schütz wird neben Rudolph und Brand auch an der Spazierfahrt im Anschluss teilnehmen – voraussichtlich mit einer rund 25 Jahre alten Suzuki Intruder.„Bei der Spazierfahrt werden aber sicherlich noch ältere Maschinen dabei sein“, ist sich Rudolph sicher. Geplant ist eine lockere Tour durch das Weserbergland bis nach Hessisch Oldendorf – allerdings nicht über die an Wochenende teilgesperrte Strecke Richtung Nienstedter Pass.

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