weather-image
19°
Kommunikationsmöbel der Zukunft: Master-Studenten präsentieren ihre Ideen in einer Ausstellung bei Wilkhahn

Modelle und Konzepte, die Wirklichkeit werden könnten

Eimbeckhausen (bdi). Zukunftsmusik bei Wilkhahn: Ein Rednerpult, ein Stift, ein Notebook und ein Tisch. Was zunächst wenig spektakulär klingt, offenbart erst auf den zweiten Blick seine Genialität. Studenten der Hochschule Ostwestfalen Lippe präsentierten am Donnerstagabend ihre Ergebnisse des Projektes „Emotec“.

270_008_4927986_lkbm209_0511_Emotec_5_.jpg

Ziel dessen war es, neue Kommunikationsmöbel oder -Gegenstände für den Alltag zu entwerfen, die die Arbeit vereinfachten – gleichzeitig sollten sie vertraut wirken und leicht zu bedienen sein. Und so greifen die Modelle der vier Studenten des Master-Studiengangs Innenarchitektur auf bekannte Formen und Gegenstände zurück und erweitern ihre Funktion beträchtlich: Der Stift „Idario“ von Frederik Bellermann ist ein Speichermedium und kann gleichzeitig mit einer Kamera in der Kappe das Geschriebene fotografieren. Oder das „Turntablet“ mit den fünf ausklappbaren Bildschirmen von Jörg Linden: Ein Laptop, das je nach Anordnung eine große Arbeitsfläche für eine Person oder einen Arbeitsplatz für mehrere Personen gleichzeitig bieten soll.

Bei „Wilkhahn Now“ von Ben Tucker entfällt der Aufbau bei einer Präsentation: Bei Bedarf fährt der Beamer selbstständig aus und sucht sich in dem Raum die beste Projektionsfläche – der Redner muss im Grunde nur noch anfangen zu sprechen. Hinter „WR2D“ von Henri Schweynoch verbirgt sich eine Symbiose aus mehreren Geräten: Je nach Bedarf präsentiert sich der Gegenstand als Tisch oder Flipchart – der Benutzer wählt lediglich die Form, der Umbau des Multifunktionstisches erfolgt selbstständig.

Im Vordergrund des Projektes „Emotec“, das aus einer Kooperation mit der Fachhochschule, Wilkhahn sowie seiner Tochterfirma Foresee aus Hannover hervorgegangen ist, steht allerdings nicht die Technik: „Die Technik soll dem Menschen näher gebracht werden“, erläutert der betreuende Professor Ulrich Nether. Hindernisse und Probleme bei der Bedienung sollten abgebaut werden, so die Idee, erklärt sein Kollege, Professor Marco Hemmerling.

270_008_4928039_lkbm209_0511_Emotec_3_.jpg
  • Ben Tucker(l.) stellt sein mobiles und intelligentes Rednerpult vor.

Die Verbindung zwischen Technik und Mensch verdeutlicht auch der Name „Emotec“, zusammengesetzt aus den Worten Emotion und Technologie, so Gisela Hahne, die bei Wilkhahn das inzwischen dritte Kooperationsprojekt mit der Hochschule unterstützt.

Auch wenn das Ergebnis „nur“ Modelle und Konzepte sind – die technische Realisierbarkeit ist laut Nether und seinen Studenten gegeben. „Das ist jetzt noch nicht möglich, aber in einem Jahr wird die Technik definitiv klein genug sein“, ist sich Bellermann bei der Vorstellung seines futuristischen Stiftes sicher. „Der nächste Schritt wäre jetzt, einen Investor zu finden“, gibt sich der Student zuversichtlich.

Bellermann ging als Sieger aus dem Wettbewerb hervor. Sein Preis ist ein mit 1000 Euro vergütetes Praktikum bei Wilkhahn. Jetzt muss er sich nur noch entscheiden, in welchem Bereich des Unternehmens er hospitieren will.

Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare