weather-image
19°
Im Erzählcafé des Heimatbundes: Helmut Grigull erzählt preußische Geschichte spannend und mit lokalen Bezügen

Mitten im Schlachtengetümmel Graf Wilhelms Artillerie

Rinteln (rd). Das Erzählcafé im Heimatbund kennt keine Scheu, seinen Gästen in der Eulenburg auch anspruchsvolle Kost anzubieten - und die Besucherinnen und Besucher honorieren es ihrer Gastgeberin Ellen Genz mit ungebrochenem Interesse. So wie jetzt auch bei dem bewusst zugespitzten Thema "Preußen- Glanz und Gloria oder Schimpf und Schande?"

Volle zwei Stunden zog Alt- Rintelner Helmut Grigull aus dem nahen Bünde als kundiger Referent die zahlreichen Zuhörerinnen und Zuhörer in seinen Bann. Von den namensgebenden Pruzzen bis hin zur aktuellen Gegenwart reichte der Bogen des mit vielen Bildern gespickten Vortrags. Lokale Bezüge machten den Vortrag dabei zusätzlich spannend. Das bis heute ungebrochen kontroverse Preußenbild in Deutschland hatte Grigull gleich bei seinem Einstieg griffig auf den Punkt gebracht: "Im Dritten Reich glorifiziert, dann verteufelt, danach totgeschwiegen. Heute durch mancherlei Jubiläen wieder aktuell". Der "Alte Fritz", Friedrich der Große (1712 - 1788) fand als "die zentrale Figur Preußens" im Erzählcafé naturgemäß besondere Aufmerksamkeit. In den Mittelpunkt stellte Grigull dabei den dramatischen Konflikt zwischen dem feinsinnigen Friedrich und seinem absoluten Gehorsam einfordernden Vorgänger und Vater Friedrich Wilhelm I. Geradezu Weltgeschichte geschrieben, so Grigull, wurde in der blutigen Schlacht bei Minden 1759. "Das ist bei uns viel zu wenig bekannt". Das verbündete Heer der Engländer, Schaumburg-Lipper, Hannoveraner, Braunschweiger, Hessen-Casseler und Preußen besiegte überraschend eine zahlenmäßig überlegene französische Elitearmee. In der Folge scheiterte Frankreich mit seinem Plan, das mit England in Personalunion verbundene Kurfürstentum Hannnover als Faustpfand gegen England im Kampf um die nordamerikanischen Kolonien zu besetzen. In vorderster Front im Schlachtgetümmel damals mit dabei: Graf Wilhelm mit seiner gefürchteten Artillerie.

Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare