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Umbau in Kleinenbremen bis Ende August beendet / Toiletten-Problem gelöst

Mitmach-Museum startet im Sommer

Kleinenbremen (ly). "Ich muss mal." Wie oft Susanne Riedmayer, Museumspädagogin in Kleinenbremen, das schon gehört hat. Mit dem Abschluss des Umbaus im Museum für Bergbau und Erdgeschichte dürften derlei menschliche Bedürfnisse keine Probleme mehr bereiten.

Gute Idee: Teppichreste in der früheren Gaststube, wo eine museu

Bevor es losgeht, pflegt Susanne Riedmayer ihre kleinen Besucher zu fragen, ob noch jemand zur Toilette muss. Meistens heißt die einhellige Antwort nein. Häufig überlegen es sich Jungen oder Mädchen aber doch noch anders, sobald Schulklassen und andere Gruppen auf der Empore im Obergeschoss Platz genommen hat. Zum stillen Örtchen im Eingangsbereich müssen viele Kinder treppab begleitet werden. Das kostet Zeit. Bald jedoch ist dies Vergangenheit. In den Gastraum der früheren "Steigerstuben" kommt eine museumspädagogische Werkstatt, fortan Riedmayers bevorzugte Wirkungsstätte. Toiletten der ehemaligen Gaststätte liegen dann gleich gleich nebenan, außerdem wie bisher auf dem Flur - beides für Kinder kaum zu verfehlen. "Für uns ist das ganz wichtig", erklärt die Museumspädagogin. Und wo wir gerade beim Thema sind: Das alte Wiegehaus im Steinbruch, bald eine Steinhauerei, bekommt ebenfalls ein Toilettenhäuschen. Außer Steinhauer-Atelier sowie museumspädagogischer Werkstatt für diverse Experimente wird zurzeit die Eingangshalle umgebaut, während in der einstigen "Steigerstuben"-Küche eine Fossilien-Präparation entsteht. In den Steinbruch kommt eine Grillhütte, geschmiedet wird in der Grotte. Am Ende dieses Umbaus steht ein Mitmach-Museum, das voll im Trend liegt und scharenweise Besucher locken soll. "Ab September können alle Bereiche genutzt werden", kündigt Susanne Riedmayer an. Für Ende August ist ein "Tag der offenen Tür" geplant. Das offizielle Programm startet mit der Saison 2009 zu Ostern. Fossilien-Sammler dürfen sich freuen. Gefliest ist die Präparation bereits. In die Mitte des Raumes kommen demnächst vier Werkbänke, an denen acht Leute Platz finden. Ab Winter finden dort Workshops statt. Zur Verfügung gestellt werden Geräte wie Druckluftstichel, Hämmer und Meißel. Hinzu kommt eine Kabine zum Sandstrahlen. "Idealerweise kommen Menschen, die im Sommer bei unseren Exkursionen in Steinbrüchen waren, mit ihrem Rohmaterial", so Riedmayer. In der museumspädagogischen Werkstatt für erdgeschichtliche Themen, vergleichbar mit einem Klassenraum, kann man zum Beispiel Gipsammoniten abgießen oder einem kleinen Hochofen bei der Arbeit zusehen. Geplant sind diverse Workshops, etwa über Magnetismus. Die Eingangshalle wird künftig größer sein, nachdem zwei Mauern versetzt worden sind. Demnächst folgen ein Tresen, die neue Metalldecke mit Strahlern sowie Bistro-Tische und Stühle. Ein neues Dach hat die Steinhauerei erhalten. Sobald das Mauerwerk ausgebessert ist, werden die Fenster eingesetzt. Den Schlusspunkt setzt die Grillhütte im Steinbruch. Mit den Arbeiten beschäftigt werden 25 Langzeitarbeitslose aus Minden und Porta, die sich in Kleinenbremen qualifizieren können. Unterstützt wird das Projekt daher vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales über ProArbeit (Porta Westfalica). Für die Qualifizierung sorgt die Mindener Initiative für Arbeit und Schule (Ifas), eine Beschäftigungsgesellschaft. Zur Hälfte wird das 328 000 Euro teure Projekt aus dem EU-Förderprogramm "Leader plus" bezuschusst.

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