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Andresens Münzsägerey macht auf dem "Spectaculum" Umsatz mit "kaputtem Geld"

Mit viel Tücke - eine Lücke in die Stücke

Bückeburg (bus). "Erst wenn der letzte Baum gerodet, der letzte Fluss vergiftet, der letzte Fisch gefangen ist, werdet ihr feststellen, dass man Geld nicht essen kann", lautet eine aus dem Umfeld von Cree Indianüberlieferte Weisheit, die aller Wahrscheinlichkeit nach gemeinsam mit dem Herz von Dee Brown an der Biegung des Flusses begraben liegt. "Man kann Geld aber auch sehr gut als Schmuck tragen", sagt Thies Andresen. Was er während des Mittelalterlich Spectaculums eindrucksvoll unter Beweis gestellt hat.

Thies Andresen begeistert die Kundschaft mit ausgesägten Münzen.

Thies ist beim Treffen der grobschlächtigen Haudraufe der Mann fürs Filigrane. Sein kleiner Stand im der Mausoleumswiese vorgelagerten Wäldchen zählte während des mediävalen Festivals zu den am häufigsten frequentierten. Was auch daran gelegen haben mag, dass man am Tresen von Andresen stehen bleiben muss, um etwas zu erkennen. Und an den zahlreichen kleinen Kunstwerken, die der Friedewalder feilbietet. Der freischaffende und frei denkende Handwerker begeistert die Besucher seiner Münzsägerey mit ausgesägten Geldstücken. "Die Vielfalt der Motive ist nahezu unerschöpflich", weiß der Spezialist, der seit mehr als 15 Jahren einen Teil seines Einkommens mit "kaputtem Geld" verdient. Häufig tauchen Tiere auf; aber auch landesspezifische Pflanzen und nationale Symbole sind nicht selten. Darüber hinaus zieren bekannten und berühmten Persönlichkeiten viele Münzen. Die Palette reicht vom Papst bis zu Charly Chaplin. "Mittlerweile habe ich einige tausend Münzen aus mehr als 100 Ländern gesammelt und bearbeitet", erzählt Andresen. Das feingliedrige Handwerk benötigt zwar viel Fingerspitzengefühl, aber keine große Werkstatt. "Ich kann eigentlich überall arbeiten", verdeutlicht der Sägemann, der sich bei seiner Tätigkeit gerne über die Schulter schauen lässt. Die Münzen werden zunächst mit einer umgebauten Schleifmaschine poliert. Dann bohrt Andresen per Handbohrer kleine Löcher ins Metall, fädelt feinste Sägeblätter hinein und schneidet - ritze ratze mit viel Tücke - eine Lücke in die Stücke. Obwohl der Kunsthandwerker erst zum zweiten Mal Gast des Mittelalterlich Spectaculums war, fanden zahlreiche Stammkunden den Weg zu seinem unscheinbaren Zelt. Die Kundschaft freut stets aufs Neue, dass die Motivkunst zu durchaus erschwinglichen Preisen feil gehalten wird. "Etwas mehr als den ursprünglich aufgeprägten Wert muss ich zumeist allerdings schon berechnen", erklärt Thies Andresen. Dennoch habe sich herausgestellt, dass "Sägen durchaus ein Segen" sein könne.

Die Vielfalt der Motive in Andresens Münzsägerey ist nahezu uner
  • Die Vielfalt der Motive in Andresens Münzsägerey ist nahezu unerschöpflich.
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