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Zwei Hausdurchsuchungen in der rechten Szene / Auch jüdischen Friedhof geschändet?

Mit Schrauben gegen Ausländer geschossen?

Raden (rnk). Die Fahnder kommen früh: Kurz vor sieben Uhr haben gestern Mitglieder der Staatsschutzabteilung der Polizeiinspektion Nienburg/Schaumburg das Haus eines Radeners durchsucht. Der 18-jährige Auetaler wird der versuchten gefährlichen Körperverletzung und der Sachbeschädigung verdächtigt: Er soll mit einem 25-jährigen Komplizen mit einer Zwille und Schraubenmuttern Anschläge auf zwei Imbisse und einen Pkw ausgeführt haben. Außerdem steht er im Verdacht, im November letzten Jahres auf dem jüdischen Friedhof in Hattendorf Gräber mit Hakenkreuz und NS-Runen geschändet zu haben.

Beschlagnahmt: Auch dieser Totschläger lag im Auto.

Am 9. Dezember letzten Jahres sollen der Auetaler und der 25-Jährige, der in der Nähe von Steinhude wohnen soll und einschlägig vorbestraft ist, mit einem Pkw durch den Landkreis gefahren sein. Dabei sollen sie mit einer Zwille und Schraubenmuttern in Rehren auf das Auto eines Deutsch-Russen, in Rodenberg auf der Langen Straße auf ein türkisches Restaurant und in Bad Nenndorf auf ein italienisches Bistro geschossen haben. Verletzt wurde dabei niemand. Gestern Morgen durchsuchten Mitarbeiter des Fachkommissariats Staatsschutz der Polizeiinspektion Nienburg/Schaumburg die Wohnungen der beiden Verdächtigen, gefunden wurde nur im Auetaler Ort Raden etwas: Totschläger und Zwille beschlagnahmten die Beamten dort. Man werde bei den Vernehmungen des Auetalers, der noch nicht vorbestraft ist, aber seit Jahren zur rechten Szene gerechnet wird, auch versuchen, die Hakenkreuzschmierereien auf dem jüdischen Friedhof in Hattendorf aufzuklären, erklärte gestern Nachmittag ein Mitarbeiter der Staatsschutzabteilung. "Wir lassen uns nichts gefallen", erklärte gestern Thomas Pfleiderer als Leitender Oberstaatsanwalt in Bückeburg die generelle Vorgehensweise gegen mutmaßliche Straftäter, die der rechten Szene zugerechnet werden. Pfleiderer: "Null Toleranz." Über den rechtsradikalen Hintergrund hinaus könnte es ein zweites Motiv für den 18-Jährigen geben, auf die beiden Imbisse zu schießen: unerwünschte Konkurrenz auszuschalten. Denn Verwandte des Verdächtigen betreiben im Auetal ebenfalls einen Imbiss.

Entdeckt: Im Kofferraum des Verdächtigen lag diese Zwille.
  • Entdeckt: Im Kofferraum des Verdächtigen lag diese Zwille.
Sichergestellt: Rechte Flugblätter und Broschüren.
  • Sichergestellt: Rechte Flugblätter und Broschüren.
Gestern Morgen kurz vor sieben: Staatsschützer der Polizeiinspek
  • Gestern Morgen kurz vor sieben: Staatsschützer der Polizeiinspektion Nienburg/Schaumburg treten in Raden zur Hausdurchsuchung an. Fotos: tol
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