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Mit Rosen auf Gewalt gegen Frauen aufmerksam gemacht

BAD MÜNDER. Rosen zum Valentinstag sind nichts Ungewöhnliches. Dass sie von der Gleichstellungsbeauftragten in der Fußgängerzone verteilt werden, hingegen schon. Auf diese Weise sollte auf die Zweideutigkeit der Rose aufmerksam gemacht werden, und dass für viele Frauen der Valentinstag oft nicht gut verläuft.

Schöne Blüte, dorniger Stiel: Mit Rosen versuchte die Gleichstellungsbeauftragte Sina Bruns (re.), auf das Hilfetelefon aufmerksam zu machen. Foto: Stadt
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Johanna Lindermann Redakteurin zur Autorenseite

„Für Millionen von Frauen steht der Valentinstag für die große Liebe – dass diese ‚Liebe‘ aber auch oft in Gewalt mündet oder eine Beziehung nur aus Gewalt bestehen kann, wissen wenige beziehungsweise wollen die meisten Menschen nicht hören“, sagt Bruns. Frauen würden mit dem Valentinstag und mit einer Rose ein pochendes Herz und romantische Gefühle verbinden. „Einige erleben in ihrer Beziehung aber genau das Gegenteil: Gewalt statt Liebe und Romantik“, so Bruns. Denn: „Jede vierte Frau in Deutschland ist von Gewalt betroffen.“

Aus diesem Anlass verteilte Bruns in der Stadt Rosen, um auf das Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ aufmerksam zu machen. „Viele Damen und Herren waren verwundert, dass eine Rose so zweideutig wirken kann“, erzählt sie. „Zuerst fiel der Blick auf die schöne Blüte, doch danach wanderte der Blick den Stiel hinunter und es fielen einige Dornen auf. Die Dornen wurden mit Absicht am Stiel gelassen, damit die Zweideutigkeit der Rose für alle sichtbar ist.“ Diese Rosen-Aktion sei bereits schon einmal im Jahr 2016 direkt vom Hilfetelefon durchgeführt worden und dabei ebenfalls auf eine Menge Verwunderung gestoßen. „Jedoch müssen genau diese ‚Tage der Liebe‘ dafür genutzt werden“, findet die mündersche Gleichstellungsbeauftragte. „Man muss aufmerksam machen, dass nicht alle Beziehungen ‚rosig‘ sind.“

Laut Hilfetelefon ist jede dritte Frau von körperlicher oder sexueller Gewalt betroffen. Rund 25 Prozent aller Frauen erlebten Gewalt in ihrer Partnerschaft und mehr als die Hälfte der Frauen würde mindestens einmal in ihrem Leben sexuell belästigt. Doch nur 20 Prozent dieser Frauen nutzten die bestehenden Beratungseinrichtungen. Sina Bruns hat daher einen klaren Appell: „Hinschauen und weiterhelfen, anstatt wegschauen und schweigen.“

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