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Marion Vetter und Almut Preuß-Niemeyer erfreuen im Staatsarchiv

Mit Brillanz und Farbwirkung

Bückeburg (dis). Mit Sonaten von Debussy, Schubert und Prokofieff waren beim sehr gut besuchten Kammerkonzert des Kulturvereins im Staatsarchiv anspruchsvolle Werke angesagt. Die Cellistin Marion Vetter und die Pianistin Almut Preuß-Niemeyer präsentierten ihr interessantes Programm mit viel Gespür und scheinbar mühelos.

Debussys "Sonate d-Moll" aus dem Jahre 1915, mit der die Veranstaltung begann, ist ein Prüfstein für subtil abgestimmten Klangsinn, über den das Duo reichlich verfügte. Die reizvolle, ganz auf Farbwirkung gerichtete Wiedergabe wurde vom tiefen Einvernehmen der beiden Künstlerinnen geprägt. Selten hört man das mit koloristischen Cello-Extravaganzen gespickte Stück so grazil bis in jede Figuration hinein ausgefeilt, so elegant, von geradezu heiterer Beschwingtheit und doch verbindlich in den Momenten des impressionistischen Melos! Kein Wunder, dass die "Arpeggione-Sonate" von Schubert danach eine ideale Fortsetzung bildete. Der gleichfalls zu recht gefürchtete Opus mit seinen weiten melodischen Sprüngen verlangt Einfühlung in die romantische Versonnenheit und Lyrik, die sich erst jenseits absoluter technischer Beherrschung erschließt. Preuß-Niemeyer fungierte hierbei als feinfühlige Zulieferin für eine Cellistin, die nicht nur alle Tricksund Finessen raffinierter Grifftechnik kannte, sondern auch die Schönheiten dieser ursprünglich für ein sechssaitiges Instrument geschriebenen Sonate mit Noblesse auskostete. Vom exquisiten Vortrag derüberschwänglichen, romantischen "Variations Concertantes", op17, des damals 20-jährigen Mendelssohn-Bartholdy, ließen sich die Anwesenden nach der Pause gern verwöhnen. Wiederum zeigte die Streicherin einen wandlungsfähigen Zugriff und ihre Kollegin virtuoses Können. Für den Schluss hatten sich Marion Vetter und die in allen Details kongeniale Klavierpartnerin Prokofieffs heikle "Sonate C-Dur", op. 119, aufgehoben. Das Paar spielte so ergreifend, dass kaum eine packendere Hommage an den 1953 verstorbenen Tondichter vorstellbar schien. Vom großen, aber niemals groben Solobeginn des Cellos auf der tiefsten Saite über den ätherischen Ausklang des Kopfsatzes und die scherzohafte Leichtigkeit des Mittelteils bis hin zu dem an Beethoven erinnernden Legatothema des Finales fiel kein Augenblick aus dem Bann schönsten Miteinanders. Das Publikum war beeindrucktund durfte sich noch an Mendelssohns getragenem "Lied ohne Worte" als Zugabe laben.

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