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Obernkirchener Bau- und Energieforum ist eine Initialzündung für den bevorstehenden Frühling

Mit "Blower-Door" Schwachstellen aufspüren

Obernkirchen (sig). Erster Eindruck beim Bau- und Energieforum: Irgendwie spürt man, dass alles in den Startlöchern hockt - Unternehmer, Handwerker, Baulustige, Hausbesitzer und Wohnungseigner, die renovieren, sanieren oder auch mehr wollen. Das ist der Kreis, der in diesen Tagen häufiger als sonst auf Wetterkarten schaut und am liebsten den Frühling aus seinem Versteck holen möchte.

Die achtjährige Marie aus Rolfshagen durfte eine Lok vor dem Mod

"Das Frühjahr ist nun einmal die Zeit, in der die Menschen im Winter entwickelte Planungen realisieren wollen", bekamen wir immer wieder an den Ständen zu hören. Da geht es nicht nur um den einfachen Frühjahrsputz, also um frische Farben und Tapeten, sondern um wesentlich mehr. Es gibt so manche Ausbauten, Erweiterungen und auch Neubauten, die einfach nur auf mildere Temperaturen warten. Für das Gießen von Fundamenten benötigt man eben eine frostfreie Periode. Bei dieser Ausstellung stand zudem mehr als je zuvor das Thema Energiekosten im Mittelpunkt. Immer wieder war von Besuchern zu hören, dass sie nach Lösungen suchen, aus dieser Ausgabenklemme zu kommen. Die Preise für Öl und Gas schießen ins Kraut, und dazu kommt noch ein besonders langer Winter. Zahlreiche Besucher sind drauf und dran, das Problem an der Wurzel zu packen. Sie begeben sich nicht nur auf die Suche nach einer modernen neuen Heizung, sondern wollen gleichzeitig alle Energie schluckenden Schwachpunkte im Hause ausmerzen. Für diesen Zweck empfehlen zum Beispiel die Stadtwerke Schaumburg-Lippe den Einsatz einer Wärmebildkamera. Rolf Hücker, Iris Pfahl und Helmut Schmidt informierten die Forumsbesucher über die Möglichkeiten, den Stellen auf die Spur zu kommen, an denen die Wärme entweicht. Das kann an der fehlenden oder zu schwachen Dämmung der Außen- oder Innenwände liegen. Auch über das Dach könnte viel Kälte eindringen. Ebenso sinnvoll kann auch eine bessere Isolierung der Kellerdecke sein. Zum Ermitteln der Schwachstellen gibt es inzwischen ein weiteres modernes Messverfahren mit dem Namen "Blower-Door". In diesem Fall wird ein mit einer Folie bespannter Rahmen in die Haus- oder Terrassentür eingesetzt. In den Rahmen werden ein Gebläse sowie Messegeräte installiert und danach alle Türen und Fenster geschlossen. Durch den Luftstrom können undichte Stellen ermittelt werden. Aber selbst wenn alle Mängel entdeckt worden sind, bleibt es natürlich sinnvoll, die Möglichkeiten moderner Heiztechnik auszuloten. "Wir wollen uns hier mal nach Alternativen für Öl und Gas umschauen", verriet uns eine Familie aus Bückeburg. "An der Südseite unseres Hauses könnten wir Sonnenkollektoren anbringen und damit schon mal Kosten sparen beim Einsatz von Warmwasser", ergänzte das Ehepaar. Auch Öfen, die mit Holz und so genannten Pellets behagliche Wärme erzeugen, stießen auf großes Interesse. "Ja, es stimmt, wir haben hier viele Auskünfte über energiesparende Bauten geben müssen", versicherte uns Martina Maskus vom Atelier für Architektur und Design (AAD). Immer wieder sei auch nach dem so genannten Energiepass für Gebäude gefragt worden, der beim Verkauf von Häusern oder bei der Neuvermietung eine Rolle spielen soll. Eine gesetzliche Frist sei noch nicht bekannt, bestätigte sie uns. Natürlich können auch neue Fenster dazu beitragen, die Energieausgaben zu senken. Rainer Hussong von der Firma Accurat Bauelemente stellte Konstruktionen vor, die aus zwei Scheiben mit einem mit Edelgas gefüllten Zwischenraum bestehen. Mit ihrem Wärmefaktor können die noch vor zehn Jahren eingebauten Scheiben nicht mithalten. Dirk Weihmann, einer der Ausstellungs-Organisatoren, zog eine gute Bilanz des Obernkirchener Bau- und Energieforums. "Jetzt muss nur noch das Wetter mitspielen, dann kann gestartet werden; es gibt mehr zu tun als im Vorjahr."

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  • Diese Leuchtdioden lösen als moderne innovative Lichtquelle die Glühlampen und Halogenstrahler ab. Sie sparen deutlich Stromkosten und haben eine höhere Leuchtkraft. Steffen Scholz überzeugt die Standbesucher mit seinen Beispielen.
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  • Es gibt verschiedene Wege, die Ursachen von Energieverlusten zu entdecken. Die Stadtwerke Schaumburg-Lippe demonstrieren hier das Blower-Door-Verfahren, bei dem das Entweichen von Luftströmen ermittelt und gemessen wird. Fotos (2): sig
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