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Tempomessgerät zeigt auf, wo Gas gegeben wird / Hünenbrink: 80 Prozent schneller als erlaubt

Mit 154 km/h auf Vehlener Straße unterwegs

Obernkirchen (sig). In den vergangenen Wochen wurde in der Kernstadt, in Krainhagen, Gelldorf und Vehlen an verschiedenen Stellen das auf Initiative des Gelldorfer Ortsrates angeschaffte Tempomessgerät eingesetzt. Besonders schnell gefahren wird erwartungsgemäß auf der Bundesstraße 65. Hier kümmern sich nur wenige Autofahrer um das Ortsschild und um das vorgeschriebene Tempo 50 (unsere Zeitung berichtete). Aber es gibt, wie sich herausgestellt hat, noch etliche andere Problembereiche.

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Die höchste Geschwindigkeit wurde auf der Vehlener Straße mit 154 Stundenkilometer erreicht. Hier fahren bergab immerhin 43 Prozent aller Autos zu schnell. In Höhe des Lidl-Marktes, wo schon durch den Liefer- und Kundenverkehr erhöhte Vorsicht geboten ist, sind immer wieder Fahrer doppelt so zügig unterwegs, wie es erlaubt ist. Die verkehrsreiche Bundesstraße 65 bekommt damit innerhalb von Vehlen Konkurrenz. Dort wurde nämlich "nur" ein Spitzentempo von 144 Kilometern gemessen. Auch auf der Rintelner Straße wird noch immer zu stark auf den Gashebel gedrückt. 62,4 Prozent der Autos sind dort zu schnell unterwegs. Die innerhalb der achttägigen Messphase festgestellte Höchstgeschwindigkeit lag stadteinwärts bei 108 Kilometern. Bergan wurden in Höhe des Friedhofs sogar einmal zehn Kilometer mehr ermittelt. Trotz alleröffentlichen Appelle an die Autofahrer ist auf der Eilsener Straße weiterhin für alle Fußgänger und besonders für die Schulkinder große Vorsicht geboten. Stadteinwärts sind über 40 Prozent der Autos nicht mit einem erlaubten Tempo gemessen worden. Dazu gehören auch Eltern, die ihre Kinderzur Schule bringen oder abholen. Auf dem Hünenbrink, der verkehrsberuhigt ist, lassen sogar rund 80 Prozent der Fahrzeuglenker ihre Autos mit mehr als die hier vorgesehenen 30 Kilometer abwärts rollen. In Krainhagen gab es zwei Messpunkte. Am schnellsten waren die Autos auf der abschüssigen Forststraße unterwegs. Immerhin wurden hier schon mehr als 100 Kilometer gemessen. Die Auswertung der elektronisch ermittelten Ergebnisse besagt, dass hier jeder Zweite bei der Ortseinfahrt nicht rechtzeitig genug abbremst. Diese Zahlen, mit denen auch die Mitglieder des Ausschusses für Ordnungs- und Feuerwehrwesen vertraut gemacht wurden, lassen Handlungsbedarf erkennen. Vielleicht kommen die Autofahrer erst dann zur Besinnung, wenn es an den eigenen Geldbeutel geht oder sogar ein Fahrverbot droht. Das Aufblinken der Geschwindigkeitsüberschreitung auf dem elektronischen Display beeinflusst ihre Fahrweise offenbar nur in Ausnahmefällen. Erfolgversprechender wäre es wohl, sie durch flexible und häufigere Radarmessungen zur nachhaltigen Vernunft zu bringen.

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