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Polizei bildet neue Schüler-Scouts aus

Meute im Zaum halten

Bad Nenndorf (rwe). Verstärkung für die Schülerscouts am Gymnasium Bad Nenndorf (GBN). Team- und Verhaltenstrainer der Polizei haben sieben Neuntklässler an drei Tagen intensiv geschult und auf ihre neue Aufgabe vorbereitet. Am Ende des Workshops durften die 15 und 16 Jahre alten Schüler ihre Ausweise annehmen. Sie haben nun einmal die Woche die Aufsicht auf dem Pausenhof im kleinen Gymnasium oder sorgen vor allem für mehr Ruhe an der Schulbus-Haltestelle.

Denn dort herrscht ohne Hilfe von außen ein gefährliches Chaos. Jedenfalls hat Hans Marstaller diese Erfahrung gemacht. Nach 33 Jahren als Busfahrer sagt er: "Die Kinder werden immer aggressiver." Gerade wenn er mit seinem schweren Fahrzeug ankommt, drängelten sich die Schüler an der Parkbucht. Da sei es wichtig, dass die Scouts die Meute im Zaum halten. "Sonst kommt irgendwann einer unter die Räder." Marstaller nennt den Einstieg die "kritische Phase" und die Scouts eine "sinnvolle Einrichtung". Auch die Polizei hat gute Erfahrung mit den Scouts gemacht. Sie hat in Bad Nenndorf seit Anfang 2006 nun schon die dritte Generation ausgebildet. Allerdings suchen die Beamten keine Schulhof-Rambos, sondern setzen auf De-Eskalation. Die Mädchen und Jungen sollen Konflikte schlichten, ohne sich hineinziehen zu lassen. Wenn das nicht gelingt, dann informieren sie den Busfahrer, notieren Störer oder melden heikle Fälle ihrer Vertrauenslehrerin Christiane Meyer. Da einige Scouts wie geplant in der zwölften Klasse ausscheiden, begaben sich die anderen in den neunten Klassen auf Werbetour für das Projekt, das von der Hannoverschen Volksbank unterstützt wird. Mit den sieben neuen sind wieder mehr als 20 Scouts am GBN aktiv.

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