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Tagesklinik am Blumenwall offiziell eingeweiht / "Patienten sind mitten im Zentrum unseres Lebens"

"Meilenstein" für Versorgung psychisch Kranker

Rinteln (crs). Dieser Tag bedeute einen "Meilenstein" für die Versorgung psychisch Kranker in Rinteln, in dieser Bewertung waren sich gleich drei Festredner einig: Am Sonnabend ist die neue Tagesklinik der Burghof-Klinik am Blumenwall offiziell eingeweiht worden.

Engagiertes Team: Dr. Axel Weibezahl (3.v.l.) und Dr. Dagmar Rud

24 Patienten werden hier bereits seit Mitte Oktober betreut - 14 psychiatrische und zehn psychosomatische Plätze bietet die neue Tagesklinik. Von einem "Acht-Stunden-Arbeitstag" der Patienten sprach Dr. Helge Lüders, als Leiter des sozial-psychiatrischen Dienstes einer der Festredner: "Sie arbeiten nicht für jemand anderen, sondern mit der Hilfe anderer für sich selbst." Durch die Tagesklinik werde die strikte Trennung von ambulanter und stationärer Versorgung aufgehoben: "Das ist ein sehr modernes Konzept", lobte Lüders. Landrat Heinz-Gerhard Schöttelndreier erinnerte an die Überzeugungsarbeit, die im Vorfeld auf Landesebene geleistet werden musste: "Das war nicht so ganz einfach." Er lobte das Konzept der Burghof-Klinik als "zukunftsweisend" und freute sich insbesondere auf das nächste Projekt: In unmittelbarer Nachbarschaft zum Krankenhaus soll noch in diesem Monat mit dem Bau einer psychiatrischen Einrichtung mit 36 Betten begonnen werden. Bürgermeister Karl-Heinz Buchholz bewertete die Eröffnung der Tagesklinik als ein "gutes Zeichen, das Mut macht für den Gesundheitsstandort Rinteln" - denn nicht zuletzt stütze die Klinik mit ihren Patienten auch die Infrastruktur der Stadt. Daher freue er sich vor allem über die zentrale Lage der neuen Klinik: "Die Patienten werden nicht abgedrängt an den Rand, sie sind mitten im Zentrum unseres Lebens." Als "frühere Hausherrin" - lange Jahre war zuvor das Kirchenkreisamt in dem Gebäude am Blumenwall untergebracht - überreichte Kirchenverwaltungsoberrätin Andrea Furche den früheren Hauschoral: "Wir sind sehr froh über diese sinnvolle Nachnutzung." Dr. Dagmar Rudolph Weibezahl und Dr. Axel Weibezahl als Leiter der Burghof-Klinik bedankten sich bei allen Unterstützern des Projekts. "Es gibt einen ständig wachsenden Bedarf für psychisch kranke Menschen - und wir sind froh, dem jetzt entgegenkommen zu können." Als ein Bindeglied zwischen vollstationärer und ambulanter Behandlung biete die Gemeinschaft der Tagesklinik den Patienten Schutz und Anleitung zum Leben: "Oft kann so auch ein stationärer Aufenthalt verhindert werden." Gemeinsam segneten Superintendent i.R. Dr. Peter Neumann und Pfarrer Michael Nettusch die Tagesklinik. Als "Handlanger Gottes" bezeichnete Neumann dabei die Mitarbeiter der Klinik: "Sie geben ihre Fähigkeiten an andere weiter und werden so auch zum Segen." Musikalisch umrahmt wurde die Feierstunde vom Salonquartett der Kreisjugendmusikschule um Martin Borowski.

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