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Rattenbekämpfung im Landkreis Schaumburg / Population seit Jahren stabil

Mehr Jungratten durch milde Winter

Landkreis (mw). Ratten leben seit jeher in der Nähe des Menschen. Deren Bekämpfung verschlingt mitunter beträchtliche Geldsummen. Wie sieht die Situation im Landkreis Schaumburg aus? "Wir haben einen Vertrag mit einem Rattenfänger", berichtet Claus-Dieter Luchs vom Ordnungsamt Stadthagen. Seit etlichen Jahren arbeite man mit der Firma Klimasch GmbH aus Hameln zusammen. Diese kontrolliere regelmäßig die Kanalisation und werde tätig, wenn das Ordnungsamt Meldungen aus der Bevölkerung erhält.

Die Belegung der Kanalisation mit Giftködern gehört zu den üblic

Wie wirkt sich der bisher milde Winter aus? Im Januar 2007 seien nur zwei Fälle von Rattensichtungen gemeldet worden, sagt Luchs. Im Moment bestehe daher kein erhöhter Handlungsbedarf. Zum Vergleich: 2006 habe man 64 Meldungen erhalten. Die Kosten für die Rattenbekämpfung, die der Stadt Stadthagen im vergangenen Jahr entstanden sind, beziffert Luchs auf rund 12 000 Euro. In Bückeburg sind für den Januar dieses Jahres vier Meldungen verzeichnet, weiß Heinz Niemeyer vom Ordnungsamt Bückeburg. Im Jahr 2006 seien es im Januar sieben Fälle gewesen und 42 insgesamt. Die "Grundbekämpfung" durch die Firma Klimasch GmbH schließe einmal jährlich auch die Kanalisation ein, erläutert Niemeyer. Zudem habe man zwei zusätzliche Bekämpfungen in der Kanalisation vereinbart. Auch bei Meldungen aus der Bevölkerung werde der Schädlingsbekämpfer beauftragt. Rund 15 800 Euro habe die Stadt Bückeburg im vergangenen Jahr für Bekämpfungsmaßnahmen bezahlt. Auch Jörg Schmieding vom Ordnungsamt Rinteln gibt Entwarnung: "Dieses Jahr haben wir nicht mehr Rattenfälle als sonst." Im ersten Monat diesen Jahres habe er sechs Fälle zu bearbeiten gehabt. In 2006 seins es fünf Fälle im gleichen Zeitraum beziehungsweise 97 Fälle im ganzen Jahr gewesen. Ein Jahr zuvor habe es 132 Meldungen gegeben. Rund 6500 Euro habe man für die Bekämpfung der Ratten in 2006 ausgegeben, so Schmieding. Die milden Winter wirken sich auf die Rattenpopulationen bereits seit mindestens fünf Jahren aus, sagt Ralf Schmidt, Schädlingsbekämpfer der Firma Klimasch GmbH. Normalerweise bekämen Ratten die letzte Würfe etwa im Oktober, so dass es jedes Jahr fünf bis sechs Würfe mit jeweils sechs bis zehn Jungen pro Wurf gebe. Durch die milden Winter hätten die Ratten jedoch mindestens zwei Würfe pro Jahr mehr. Diesen Winter könne man von der Annahme ausgehen, dass die Ratten das ganze Jahr über Nachkommen haben werden. Da die Geschlechtsreife des Rattennachwuchses gewichtsabhängig sei, könne diese bei einem guten Futterangebot schon nach fünf bis sechs Wochen eintreten. Doch auch Schmidt beruhigt: "Im Schaumburger Bereich hält sich das alles in Grenzen." Die Rattenpopulationen seien Dank einer kontinuierlichen und flächendeckenden Bekämpfung über Jahre hinweg auf dem gleichen Level.

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