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Anrufbusverein Niedernwöhren: Neues, behindertengerechtes Fahrzeug soll anrollen / Monatlich im Schnitt 466 Passagiere

Mehr als 36 000 Fahrgäste bugsiert

Samtgemeinde Niedernwöhren (gus). Eine Jahresversammlung ohne jegliche Aufregung hat der Verein Anrufbus Niedernwöhren absolviert. Es handelt sich aber um die „Ruhe vor dem Sturm“, denn der Verein hat für 2012 einiges vor.

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Gut 36 000 Fahrgäste haben die Fahrzeuge des Vereins mittlerweile transportiert. Die Frequenz ist stark steigend. In 2003, dem ersten Rufbus-Jahr, beförderte der Anrufbus noch monatlich 248 Männer und Frauen. In 2010 waren es im Monatsdurchschnitt 466 Passagiere.

Ein Grund, warum diese Tendenz auch in 2011 anhalten dürfte, ist eine Kooperation mit der Tagespflegeeinrichtung der Diakonie-Sozialstation in Meerbeck. Zahlreiche der dort betreuten Personen reisen mit den Rufbussen an. Seit Oktober sind nach Worten der Vereins-Vorsitzenden, Erika Hoppe-Deter, 454 Fahrten hin zur Tagespflege und wieder zurück gemacht worden.

Dennoch drang Hoppe-Deter darauf, dass die Basis des „Fahrerlagers“ weiter verbreitert wird. Eine ganze Reihe an Busfahrern überschreite in Kürze die 70-Jahre-Marke. Dann müssen die ehrenamtlichen Chauffeure eine erneute Prüfung ablegen. Davor scheuten sich manche. Umso mehr seien neue Fahrer stets willkommen. Informationen gibt es unter Telefon (0 57 21) 93 50 93.

Ersatz sucht der Verein für den im Sommer abgegebenen Fiat-Bus. Am liebsten wäre Hoppe-Deter ein behindertengerechtes Fahrzeug. Ein bevorzugtes Modell hat der Vereinsvorstand auch bereits im Blick. Aber die Kosten sind das Problem: Hoppe-Deter hofft zusätzlich zur Unterstützung der Samtgemeinde Niedernwöhren auf Hilfe des Landkreises mit Blick auf den Topf zur Förderung des Öffentlichen Personen-Nahverkehrs.

Außerdem habe sich der Verein beim Niedersächsischen Verkehrsministerium vorgestellt, um dort das eigene Projekt zu erklären. Hintergrund: Für Busse, die feste Haltestellen ansteuern, zahlt das Ministerium Zuschüsse, für Rufbusse aber nicht. Die Resonanz sei positiv gewesen, die Hoffnung auf Geld vom Land steigt.

Sobald der Samtgemeinderat grünes Licht gegeben habe, solle das neue Fahrzeug bestellt werden, und auch die Anträge auf Zuschüsse gehen dann auf die Reise. Bereits im November 2009 hatte der Verein einen behindertengerechten Bus in Betrieb genommen.

Finanziell sieht es für den Verein nicht allzu rosig aus. Wurde in 2009 bereits ein Minus von mehr als 4000 Euro eingefahren, standen laut Kassenbericht Heinz Janzens in 2010 unterm Strich mehr als 6000 Euro. Es gibt zwar eine Rücklage, doch, so Janzen, ein neuer Bus soll ja auch noch gekauft werden.

57 Mitglieder gehören dem Verein an, die Zahl ist weitgehend konstant. Willi Lahmann, Vorsitzender des Seniorenbeirats der Samtgemeinde, dankte allen Fahrern und dem Vorstand. Der Anrufbus sei zusammen mit dem Seniorentaxi das Beste, was es in der Umgebung gibt. Samtgemeindebürgermeister Fritz Anke sprach von einem Aushängeschild für die Kommune.

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