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Landwirt Dr. Albrecht Brandes stellt sein Vorhaben bei Flegessen vor / Stadt sieht Klärungsbedarf

Maststall hat gute Chancen auf Realisierung

Flegessen (jhr). Viele Fragen, viele Antworten: Während einer Info-Veranstaltung pünktlich vor der heutigen Beratung im Planungsausschuss stellte Landwirt Dr. Albrecht Brandes in Flegessen sein Bauprojekt vor – einen Schweinemaststall und eine Biogasanlage.

Dr. Albrecht Brandes stellt sein Maststall-Vorhaben vor.  Foto: jhr

Rund 30 Einwohner waren gekommen, um sich aus erster Hand Informationen zum Vorhaben und Einschätzungen von Vertretern des Landkreises und der Stadt abzuholen. Nicht alle Besucher reagierten begeistert auf das, was ihnen vorgestellt wurde, doch am Ende der mehr als zweieinhalbstündigen Veranstaltung war den meisten klar: Das Projekt des Landwirts hat sehr gute Chancen auf Realisierung.

Brandes erläuterte, warum er in Nachbarschaft zur B 217, rund 650 Meter von der Flegesser Sporthalle entfernt, einen großen Stall zur Ferkelaufzucht und zur Schweinemast bauen will: Ihm geht es darum, die Wertschöpfungskette an seinem Hof zu erweitern und bereits frühzeitig auf die ab 2013 geltende Änderung der Tierhaltungsverordnung zu reagieren. Bislang züchtet Familie Brandes Schweine. 180 Sauen stehen dazu im vorhandenen Stall im Ort, die Ferkel werden mit 28 Kilo Gewicht an Mäster abgegeben. Weil diese Abnahme den Züchter allerdings in absoluter Abhängigkeit vom Mäster hält, will sich Brandes die Möglichkeit eröffnen, die Tiere auch selbst mästen zu können. Vorgestellt wurde von ihm gleich die maximal geplante Anlagengröße: Rund 1600 Mastschweine soll der neue Stall aufnehmen können, rund 940 Ferkel darin Platz finden. Direkt an den Stall anschließen soll eine Biogasanlage, in der die anfallende Gülle zur Energiegewinnung genutzt werden kann. Sie soll zunächst auf 250 Kilowatt Leistung ausgelegt werden, im Endausbau sollen dann 500 Kilowatt Leistung möglich sein. Auch Fragen nach der Größe der Biogasanlage und des Stalls, nach der anfallenden Güllemenge und ihrer Verwendung sowie der Zuwegung – Stall und Biogasanlage sollen primär über einen direkten Wirtschaftsweg von der Landesstraße aus angefahren werden – beantwortete Brandes.

Für den Landkreis stellte Frank Wöbbecke, gleichzeitig Vertreter der Genehmigungsbehörde, das Verfahren vor und wies auf Ergebnisse von Gutachten hin. Seine erste zentrale Mitteilung: Der Maststall müsse aufgrund seiner Größe ein Genehmigungsverfahren nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz durchlaufen, nicht nach Baurecht. Als bislang einziger Aspekt, der eine nähere Untersuchung erfordere, habe sich der mögliche Ammoniak-Eintrag in ein benachbartes FFH-Gebiet erwiesen – allerdings geht Wöbbecke nach dem vorliegenden Gutachten davon aus, dass die zu erwartende Belastung unterhalb der kritischen Werte liegen wird. Aufgrund des Abstands zum Ort erwartet Wöbbecke keine das Verfahren beeinflussende Geruchsbelästigung.

Doch genau hier setzt die Stadt Bad Münder an: Sie will, wie Anika John und Karl-Heinz Knigge vom Referat Stadtentwicklung und Wirtschaftsförderung ausführten, nicht nur die Auswirkung des geplanten Stalls, sondern die Geruchsbelastung des neuen gemeinsam mit den beiden bereits im Ort vorhandenen Schweineställen untersucht wissen – und verweigert daher dem Projekt zunächst das Einvernehmen.

Als Kritiker des Projektes gab sich während der Veranstaltung auch Ortsbürgermeister Detlef Olejniczak zu erkennen – „sehr wohl wissend, dass man das Vorhaben nicht verhindern kann.“

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