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Auch EU und Landkreis geben Geld für das Konzept / Wird das Badehotel Vier-Sterne-Tagungsstätte?

"Masterplan": 15 Köpfe denken für Bad Eilsen

Bad Eilsen (tw). "Ich bin froh, aber auch etwas nervös - denn jetzt muss es in Bad Eilsen schnell vorangehen": Mit diesen Worten kommentierte Bürgermeister Horst Rinne (CDU) gestern den Beschluss der Lokalen Aktionsgruppe der Leader-Region Schaumburg, das Erstellen eines "Masterplans Bad Eilsen" als eines von 13 Projekten in der Region f inanziell zu fördern.

Mit dem Masterplan, einem informellen Gutachten, sollen die spezifischen Probleme Bad Eilsens aufgegriffen und Maßnahmen entwickelt werden, mit denen sich die Wettbewerbsfähigkeit des Kurort es erhalten und mittelfristig sogar noch steigern lässt. Dazu zählen Lösungsvorschläge zur künftigen Positionierung Bad Eilsens - Prädikat: Heilbad oder Kurort -, zur Um- und Neunutzung der Altimmobilien am Kurpark, zu Tourismus-Angeboten und -Marketing sowie zur städtebaulichen Entwicklung. "Ich erwarte Mitte Mai Grünes Licht auch vom Niedersächsischen Ministerium für Landwirtschaft", so Rinne auf Anfrage der Landes-Zeitung. Bis dahin müsse eine Agentur gefunden sein, die den Masterplan im Auftrag der Gemeinde zwischen Juni und Dezember 2008 erarbeitet; vor Dezember - soll heißen: bevor der Plan steht - werde es voraussichtlich auch kein Prädikat für Bad Eilsen geben. Der Bürgermeister: "Wir werden für den Masterplan drei Angebote einholen. Der günstigste Anbieter erhält den Zuschlag." Diplomingenieur Heiko Wiebusch (GfL Planungs- und Ingenieurgesellschaft, Hameln), der die Projekte in den drei Leader-Regionen koordiniert, werde die Gemeinde zwar bei den Vorarbeiten für den Masterplan beraten, das Gutachten selbst aber nicht erstellen. Unterstützt werden soll die Agentur von einem etwa 15-köpfigen "Arbeitskreis Masterplan", der sich überwiegend aus Bad Eilsern zusammensetzen wird und kommende Woche angeschrieben werden soll. Rinne zufolge, hat der VA für den Arbeitskreis folgende Besetzung vorgeschlagen: je ein Mitglied aus der CDU-und SPD-Fraktion, Eilsens Tourismus-Managerin Elke Dralle, Schaumburgs Touristikmanager Olaf Boegner, der Kur- und Verkehrsverein mit je einem Sprecher aus den Bereichen Gewerbe und Gastronomie, das Reha-Zentrum Bad Eilsen und die Bückeberg-Klinik, ein Sprecher der Seniorenheime, der Heimat- und Kultur- sowie der Schützenverein. Konkret sollen die Agentur und der künftige "Arbeitskreis Masterplan" ein Entwicklungskonzept für den Bad Eilsen-Tourismus mit folgenden Schwerpunkten erarbeiten: Erstellen einer Angebots-, Nachfrage- und Marktanalyse; Einschätzen des Potenzials für die Prädikatisierung; Ausarbeiten eines Touristisches Leitbildes inklusive Szenarien für die Entwicklung des Ortes; Formulieren eines Maßnahmenkatalog zur Entwicklung des Kurortes; dabei müssen die Gesetzesbestimmungen zur Prädikatisierung berücksichtigt werden; Ermitteln des Investitionsbedarfs und der Kosten für die vorgeschlagenen Maßnahmen; Aufzeigen von Hinweisen zum Binnen- und Außenmarketing sowie zur Produktentwicklung. Der Masterplan kostet 34 000 Euro netto respektive 40 460 Euro brutto: Davonübernimmt die EU 17 000 Euro und damit 50 Prozent der Nettokosten, der Landkreis Schaumburg 11 730 Euro und die Gemeinde selbst ebenfalls 11 730 Euro. "Den größten Teil der Gesamtsumme", schätzt Rinne, "werden wir wahrscheinlich vorfinanzieren müssen; spätestens 2009 erhalten wir das Geld aber zurück." Derweil gibt es nach Auskunft des Bürgermeisters aktuell "lockere Gespräche" mit Interessenten, die aus dem Badehotel der DRV-Rentenversicherung Braunschweig-Hannover eine Tagungs- und Wellness-Stätte der Vier-Sterne-Kategorie machen wollen. "Das", meint Rinne, "wäre - Stichwort: Küche - eine gute Ergänzung zum geplanten Beauty-Campus, aber auch zum Kursaal und zum Kurtheater". Das Projekt stehe und falle mit den Zuschüssen, die es nur über den Masterplan gebe.

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