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Volksbank-Chef kritisiert Regelungswut der Politik / Heimisches Institut schneidet noch gut ab

„Maßnahmen der Regierung sind Populismus“

Hameln/Stadthagen (CK). Heinz-Walter Wiedbrauck geht mit der Politik hart ins Gericht. „Die Regelungswut der Bundesregierung, aktuell zur Bankenabgabe oder zur Finanztransaktionssteuer, sind nichts weiter als Populismus“, kritisiert der Vorstandsvorsitzende der Volksbank Hameln-Stadthagen anlässlich der Vorstellung des Geschäftsberichts 2009.

Investitionen in die Hauptstelle und ein gutes Einlagengeschäft

Hameln/Stadthagen (CK). Heinz-Walter Wiedbrauck geht mit der Politik hart ins Gericht. „Die Regelungswut der Bundesregierung, aktuell zur Bankenabgabe oder zur Finanztransaktionssteuer, sind nichts weiter als Populismus“, kritisiert der Vorstandsvorsitzende der Volksbank Hameln-Stadthagen anlässlich der Vorstellung des Geschäftsberichts 2009. Die Tatsache, dass vor zehn Jahren ein einziger Paragraf die Eigenkapitalausstattung der Banken regelte, dass es mittlerweile aber 327 sind, kritisierte Wiedbrauck ebenso wie den „Verdrängungswettbewerb“, etwa durch 50 Euro Begrüßungsgeld für Neukunden der Commerzbank, den der Staat indirekt unterstütze.

Trotz dieser „Störfeuer“ und vor allem trotz der globalen Finanzkrise, etwa durch den Beinahe-Staatsbankrott von Griechenland, ist das Jahresergebnis der Volksbank Hameln-Stadthagen zufriedenstellend bis gut. Der Gewinn vor Steuern lag mit 0,92 Prozent des durchschnittlichen Geschäftsvolumens über dem Vorjahreswert (0,7 Prozent), und das trotz eines millionenschweren Umbaus der Hauptstelle in Hameln. Mit diesem Ergebnis liegt das heimische Institut nach Wiedbraucks Worten deutlich über Vergleichsbanken in der Region und auch innerhalb der 330 Genossenschaftsbanken des Verbandes.

Profitiert hat die Volksbank nach den Worten ihres Vorstandsvorsitzenden unter anderem von gestiegenen Kundeneinlagen (plus 57,4 Millionen oder 7,63 Prozent). Zum Vergleich: In Niedersachsen-Bremen betrug die Steigerung 2,94 Prozent.

Angesichts der Verwerfungen auf den Finanzmärkten suchen die Kunden nach sicheren Anlageformen, bestätigte Vertriebsvorstand Michael Joop. Das außerbilanzielle Einlagevolumen – Kundenwertpapiergeschäft, Altersvorsorge oder Bauspar- und Versicherungsgeschäft – stieg um 14,2 Millionen Euro beziehungsweise 2,97 Prozent auf 491 Millionen, zusammen mit dem bilanziellen wuchs es um 71,6 oder 5,83 Prozent auf rund 1, 3 Milliarden Euro. „Trotz der Schwäche im Wertpapierbereich haben wir 2009 im Provisionsgeschäft, das eine wichtige Säule ist, ein ähnliches Ergebnis erzielt wie im Vorjahr“, so Joop.

Die Nachfrage nach Krediten war zunächst allerdings eher verhalten, so dass es durch hohe Sondertilgungen und starke Zurückhaltung der heimischen Unternehmen einen Rückgang um 25,5 auf 518, 9 Millionen Euro gab, wie Vorstandsmitglied Klaus Meyer sagt. Anders in den ersten drei Monaten dieses Jahres: „Die Kreditnachfrage im Firmenkundenbereich ist sehr gut angelaufen“, versichert Meyer. Das gelte besonders für Investitionen im Bereich der Fotovoltaik. Bei den Privatkunden sieht die Volksbank einen Trend zu Sachwerten, insbesondere zu Immobilien. Das bilanzielle Neugeschäft erhöhte sich in diesem Sektor um 13,2 auf 23,5 Millionen Euro. Im Konsumentenkreditgeschäft („easyCredit“) gab es gar eine Steigerung um 28,1 Prozent auf sechs Millionen Euro.

Stolz ist man bei der Volksbank darauf, wie stark sich das Institut im Bankenvergleich zeigt: beste Bank in der Vertriebsdirektion Nord im Umsatz von Garantiezertifikaten, ebenfalls Rang 1 in der Landesdirektion des Verbundpartners Union Investment in den Kategorien „Käufe“ und „Ertrag“, Platz 3 beim Vergleich der vermittelten R+V-Versicherungsverträge im Verhältnis zum Kundenvolumen. Und: vom Magazin „Focus Money“ zur besten Bank in Hameln gewählt. Knapp 40 000 Mitglieder hat die Volksbank Hameln-Stadthagen, und die dürfen sich auf eine Dividende von fünf Prozent freuen. 80 000 Kunden zeichnen für das gute Geschäftsergebnis verantwortlich, und so geht der Vorstand optimistisch ins neue Geschäftsjahr. Für 2010 rechnet er mit vier bis fünf Prozent Auftragsplus bei heimischen Firmen. Die werden nach Wiedbrauks Worten unterstützt, und so hofft er, spätestens in zwei Jahren wieder den Stand von 2008 – das Jahr vor der globalen Krise – erreicht zu haben.

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