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Die italienische Partnerstadt auf Papier und Leinwand

Malwoche in Anzio

ANZIO. Bereits die sechste Malreise in eine der Bad Pyrmonter Partnerstädte war es, die Marianne Weiland, Vorsitzende des Städtepartnerschaftsvereins und von Berufswegen Designerin, organisierte.

Die Städtepartner aus Bad Pyrmont genießen den Aufenthalt in Anzio. FOTO: Marianne Weiland/PR

Seit 2006 fast immer im Abstand von jeweils zwei Jahren macht sie sich mit einer Gruppe Kunstschaffender auf den Weg nach Bad Freienwalde in Brandenburg, Heemstede in den Niederlanden oder Anzio.

Letzte Woche ging es nun zum dritten Mal in die italienische Partnerstadt am Tyrrhenischen Meer. 12 Maler und vier Begleitpersonen flogen nach Rom, wovon Anzio nur eine Stunde entfernt liegt. Reizvolle Motive zum Zeichnen und Malen finden sich dort in Hülle und Fülle. Die Auswahl fiel auf das archäologische Museum mit seiner mannshohen Statue des „Gladiatore borghese“, auf das Meer am Strand der kaiserlichen Paläste, auf das Naturschutzgebiet Tor Caldara mit seiner einzigartigen mediterranen Macchie und auf das mittelalterliche Stadtzentrum der Nachbarstadt Nettuno. „Wichtig ist es, genügend Zeit für ein Motiv zu haben, um es zu verinnerlichen und dann mit verschiedenen Techniken umzusetzen“, so Weiland. Deshalb bietet sie an einem Maltag nur eines der Motive an. Die Ergebnisse sind Skizzen und Zeichnungen mit Bleistift oder Kohle, Aquarelle, Pastellarbeiten und Acrylbilder.

Was an Sehenswürdigkeiten nicht beim Malen erkundet wird, erschließt sich in der freien Zeit: ein Besuch des Landungsmuseums, das die Landung der Alliierten im Januar 1944 in Italien dokumentiert, Flanieren am Hafen und Bummel über den großen Donnerstagsmarkt in Nettuno.

Trotz des Reizes der Stadt hielt es die Gruppe nicht nur in Anzio. Die Albaner Berge lockten und so wurden die pittoresken Städtchen Castel Gandolfo, die Sommerresidenz der Päpste, und Nemi, in dem es ganzjährig Erdbeeren gibt, besichtigt, ein Espresso am Albaner See genossen und eine Besonderheit bestaunt: ganz in der Nähe des Albaner Sees kommt es im Verlauf der Straße zu einer seltsamen Anomalie. Flaschen und Gegenstände rollen hier in einer Steigung ohne jede Antriebskraft bergauf! Selbst der Bus der Malergruppe bewegte sich im Leerlauf bei ausgeschaltetem Motor den Berg hinauf. Möglich wird dieses durch eine geringfügig geringere Gravitation. Wer in Anzio ist, sollte sich immer einen Tag Zeit für eine Fahrt nach Rom nehmen! Dieser Tag wurde von den Malern ausreichend genutzt, um Museen, bekannte Sehenswürdigkeiten und stille Viertel zu durchstreifen.

Den Abschluss fand die Woche mit einer Finissage aller geschaffenen Werke in einem Ausstellungspavillon direkt am Hafen. Freunde und zufällig Vorbeikommende konnten die Werke bestaunen, die in dieser Woche entstanden sind. Angebote für Malreisen gibt es viele. Doch es ist etwas Anderes, in eine Partnerstadt zu reisen und dort zu malen und zu zeichnen. Die Kontakte zur Stadtverwaltung und zu langjährigen Freunden ermöglichen Vieles, was sonst verschlossen bliebe und aufwändiger zu organisieren wäre. Und nebenbei gelingt es vielleicht, neue Kontakte zu schliessen. Diese ergaben sich auch innerhalb der Gruppe, denn auch aus der Brandenburgischen Partnerstadt Bad Freienwalde waren zwei Künstlerinnen mit Ehepartnern angereist.

Wo in Bad Pyrmont sind nun die Werke zu sehen? Seit Jahren ist es gut gepflegte Tradition, dass im Bürgermeisterbüro eine Auswahl der Werke der aktuellsten Reise hängt. Diejenigen der letzten Malreise nach Heemstede vor zwei Jahren werden nun in der nächsten Zeit ausgetauscht gegen die Malereien, die die letzten Sommerstrahlen in Italien eingefangen haben.PR

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