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Geigenakrobat József Lendvay beeindruckt mit virtuosem Saitenspiel

Mal feurig, mal schmachtend

Bad Nenndorf (ede). Mit einem eindrucksvollen Konzert hat der Ausnahmegeiger József Lendvay das Nenndorfer Publikum begeistert. Der Ungar, der mit einem vierköpfigen Ensemble in den Kurort gekommen war, verzückte die Zuhörer vor allem mit seinen atemberaubenden Tempi, die er gekonnt mit schmachtendem Saitenspiel abwechselte.

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Für das Programm "Classik meets Gipsy" hatte er eine feurige Mischung aus Klassik und Folklore, Zigeunerweisen und Salonstücken zusammengestellt. Allerdings blieben viele Plätze in der ohnehin nur mit 140 Stühlen bestückten Wandelhalle unbesetzt. Meisterhaft - so präsentierte sich der Geigenakrobat József Lendvay zusammen mit seinen kongenialen Musikern Alexandre Afanassiev, Peter Menyhart, Corneliu-Cosmin Puican und Alexander Bagrintsev. Mal feurig, dann wieder betont lässig ließen der Mann aus Budapest und dessen Freunde klassische Melodien mit dem Melos osteuropäischer Folklore und Populärmusik verschmelzen. Seelenzart, Lendvays fein gesponnene Zigeuner-Wehmut, geradezu irrwitzig seine Tarantella-Jagd, die er atemberaubend schnell auf seinem Violin-Bogen vollzog. Längst ist der 1974 geborene, aus einer Musikerfamilie stammende Ungar József Lendvay zu internationalem Ruhm gelangt. So gewann er 1994 den Preis der Salzburger Sommerakademie, zwei Jahre später würdigten dieUngarn ihren Meister-Geiger mit dem Staatspreis für musikalische Aufführungsqualität. Im selben Jahr gewann Lendvay den Violin-Wettbewerb und Preis der nationalen Musikkritik Scheveningen, ein Jahr später wurde er beim Violin-Wettbewerb in der Schweiz ausgezeichnet und ebenfalls 1997 holte er den 1. Preis "Tibor Varga" beim Internationalen Wettbewerb. Angesichts derartiger Erfolge verwundert die Begeisterung der Zuhörer nicht. Allerdings hätten sie dem Virtuosen in durchaus größerer Zahl ihre Aufwartung machen können. Rund 100 Gäste waren zu wenig für einen, der sein Handwerk auf dem Saiteninstrument so vorzüglich beherrscht undweit über die Grenzen seiner Heimat Anerkennung genießt.

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