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Bilanzsumme: 765 Millionen Euro / Volksbankchef verspricht Dividende / Keine Steuern für 2007

"Macht der Bankjob jetzt eigentlich noch Spaß?"

Obernkirchen (sig). Die Volksbank in Schaumburg macht nicht nur den Weg frei, sondern sie sucht auch nach neuen Wegen. Das gilt für ihre verschiedenen Geschäftsfelder, aber neuerdings auch für den Ablauf der Ortsversammlungen. Der Vorstand versucht die meistens recht trockenen Themen durch Dialoge aufzulockern. Gründliches Hinterfragen machte diesmal besonderen Sinn, denn schließlich wollten auch die Kunden aus Obernkirchen und dem Auetal wissen: Ist unser Geld bei der Volksbank noch sicher - trotz der weltweiten Finanzkrise?

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Genau an dieser Stelle fühlte auch die als Moderatorin engagierte SZ/LZ-Redakteurin Christiane Riewerts dem Vorstandsmitglied Joachim Schorling auf den Puls. Gezielt fragte sie: "Das war doch ein turbulentes Jahr, Milliardenverluste und Banken-Pleiten; wie hat das die Volksbank in Schaumburg überstanden? Macht Ihnen IhrJob eigentlich noch Spaß?" Die Fragestellerin sprach damit die größte Sorge an, die Bankkunden zurzeit haben. Da ist es durchaus berechtigt, von einer Vertrauenskrise im Bankwesen zu reden. Einige sehen in der jetzigen Situation sogar mangelnde Professionalität und fehlendes Controlling - zumindest bei einer Reihe von Großbanken im In- und Ausland. Angesichts dieses Stimmungstiefs war es wichtig, dass Joachim Schorling zumindest für die Volksbank in Schaumburg klar bekannte: "Wir beteiligen uns nicht am Investmentbanking und sind nach wie vor gut aufgestellt. Es ist aber eine Vertrauenskrise unten den Banken entstanden, die sich untereinander kein Geld mehr leihen. Das hat es noch nicht gegeben." Christiane Riewerts fasste nach: "Rosige Zeiten sehen doch anders aus für Banker. Ist die Talsohle noch nicht erreicht? Wie schwer hat es denn die Volksbank in Schaumburg getroffen?" Schorling schickte vorweg: "Wir sind von dieser Krise nicht direkt betroffen. Kein Kunde hat seine Einlagen verloren und kein Mitarbeiter seinen Arbeitsplatz. Wir haben auch keine Kundenkredite verkauft." Er räumte aber ein, dass man bei der jetzt stark ins Gerede gekommenen Industrie-Kreditbank (IKB) Geld angelegt habe, das von der IKB 2012 zurückgezahlt werden muss. Von dieser Anlage müsse man aufgrund der derzeitigen Situation an die 900 000 Euro abschreiben. Das führe dazu, dass für 2007 durch den Gewinnrückgang voraussichtlich keine Steuern entrichtet werden, und zwar erstmalig seit 1992. Trotzdem dürfen die Volksbankmitglieder mit einer Dividende in Höhe von etwa sechs Prozent rechnen. Sie muss allerdings noch von der Vertreterversammlung beschlossen werden, die am 17. Juni wiederum in der Obernkirchener Lieth-Halle stattfindet. Schorling unterstrich in diesem Zusammenhang, dass die deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken ein seit 1934 bestehendes Sicherheitssystem besitzen, dass die Kundeneinlagen und Inhaber von Schuldverschreibungen zu 100 Prozent schützt. Nichts auszusetzen gibt es auch an den weiteren Ergebnissen des zurückliegenden Jahres bei der Volksbank in Schaumburg. Die Bilanzsumme wuchs auf 765 Millionen Euro. Die Geldanlagen stiegen um 4,9 Prozent auf 851 Millionen Euro. Und auch die Ausleihungen nahmen von 652 auf 681 Millionen Euro zu. Marktbereichsleiter Heinz David und der Leiter der Hauptstelle in Obernkirchen, Friedrich Gärling, versorgten die Mitglieder noch mit einigen Zusatzinformationen. Dazu gehörte der Hinweis, dass 2007 über 10 000 Euro für öffentlichen Einrichtungen, Schulen, Kindergärten und Feuerwehren gespendet wurden. Dieses Geld ist für deren Jugendarbeit bestimmt. Sie empfahlen den Mitgliedern, sich möglichst rechtzeitig über die ab 2009 in Kraft tretende Abgeltungssteuer und die Möglichkeiten der privaten Altersvorsorge zu informieren. Es gibt außerdem lohnende Programme für die Hausbausanierung und für Energiesparmaßnahmen. Zwei Akteure des "Wall Street Theatre" aus Moers sorgten für Heiterkeit und Staunen ob ihrer gewagten artistischen Einlagen. Anschließend wurden noch folgende langjährige Mitglieder geehrt: Gertrud Steding und Willi Diekmann (Auetal), Elke Zolnir (Hannover), Walter Willenberg (Tabarz bei Gotha), Horst Wentland, Hubert Schönemann, Anne-Dore Schäfer, Hans Rother, Klaus Mainka, Waltraud Krömer, Kurt Holzfuß, Horst und Erika Dreier (alle Obernkirchen), Elmar Hecker, Heinz-Rüdiger Eikmann und Werner Altmann (alle Nienstädt), Raimund Anke (Wittlich). Besonders geehrt wurden für ihre 50-jährige Treue: August Bonorden (Auetal) und Werner Drescher sowie Wilfried Bartels (beide Obernkirchen) .

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