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Münderaner koordiniert den Hilfseinsatz der Johanniter im Katastrophen-Einsatz in Haiti

Lutz Fricke: „Mich erschüttert das Leid“

Bad Münder/Port-au-Prince (jhr). Der Münderaner Lutz Fricke wird voraussichtlich in der kommenden Woche aus dem Katastrophen-Einsatz in Haiti zurückkehren. Der 45-Jährige war in der vergangenen Woche Richtung Karibik aufgebrochen, um als stellvertretender Teamleiter der Johanniter-Unfall-Hilfe eine zwölfköpfige Mannschaft zu führen und für die Koordination mit anderen Hilfsorganisationen zu sorgen.

Lagebesprechung im Camp: Lutz Fricke (4.v.l.) informiert die Mit

Von einer von der Uno gesicherten Zeltstadt am Flughafen der Hauptstadt Port-au-Prince aus organisiert Fricke die Hilfseinsätze. Hunderte Erdbebenopfer seien inzwischen vom medizinischen Personal der Johanniter und anderer Hilfsorganisationen versorgt worden, berichtet Evamaria Haupt, als Mitarbeiterin der Öffentlichkeitsarbeit der Johanniter-Auslandshilfe in regelmäßigem Kontakt mit den Helfern vor Ort.

Fricke, als Leiter des Einsatz-und Streifendienstes der Polizei in Springe auch mit Organisationsaufgaben in besonderen Situationen vertraut, ist unter anderem dafür zuständig, die Einsätze der verschiedenen Helferteams abzustimmen. Dazu steht er in ständigem Kontakt mit den Vertretern anderer internationaler Hilfsorganisationen – und wird zwangsläufig mit dem ganzen Ausmaß der Katastrophe konfrontiert. „Mich erschüttert das Leid, das die in Haiti lebenden Kinder, Frauen und Männer ertragen mussten – die Narben, fehlenden Gliedmaßen und traurigen Blicke, die noch viele Jahre von dieser Katastrophe zeugen werden. Und dennoch verfügen sie über die Fähigkeit, mich durch ein Lächeln, eine kleine Geste, glücklich zu machen und bestätigen meinen Entschluss, diese Aufgabe als die meine anzunehmen“, sagt Fricke.

Parallel zu den Koordinationsaufgaben bereitet der Münderaner derzeit den Umzug der Johanniter-Helfer in die Stadt Leogane vor. Sie liegt rund 40 Kilometer westlich der haitianischen Hauptstadt – in Leogane wird das Epizentrum des Bebens vermutet. Fast jedes Gebäude ist zerstört, nach Uno-Angaben sind 90 Prozent der Häuser dem Erdboden gleichgemacht. Tausende sollen in der Stadt getötet worden sein. „Die deutschen Organisationen wollen sich auf Leogane konzentrieren und haben dort eine Base aufgebaut“, sagt Evamaria Haupt.

Fricke wird voraussichtlich die Koordination des Umzugs abschließen, dann mit Teilen des Teams in der kommenden Woche zurück nach Deutschland kommen. Ein neues Team der Johanniter wird die Arbeit fortsetzen.

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