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Kinderschutzbund will Ankommen in Rinteln erleichtern

Lotsen für Flüchtlinge gesucht

Rinteln. Wenn Flüchtlinge in Rinteln ankommen, haben sie eine beschwerliche Flucht hinter sich. Vieles ist ihnen fremd: die Sprache, das Essen, die Umgebung. Viele sind kurz nach ihrer Ankunft noch durcheinander und haben kaum eine Vorstellung davon, wo sie nun gelandet sind. Sie wissen nicht, welche Werte und Regeln in der neuen Heimat gelten, geschweige denn, ob sie mit ihren Kindern überhaupt bleiben dürfen. Manche sorgen sich um Angehörige. Und unter der Sorge der Eltern leiden auch deren Kinder. Deshalb sucht der Kinderschutzbund Rinteln jetzt ehrenamtliche Lotsen, die den Flüchtlingen die Ankunft in der fremden Umgebung erleichtern.

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Hilfestellungen soll es laut Albrecht Schäffer vom Kinderschutzbund in folgender Hinsicht geben: die Flüchtlingskinder und ihre Eltern beim Ankommen in Rinteln zu unterstützen, die Kinder, deren Eltern durch Flucht, Krankheit, Sorge und andere psychische Belastungen beeinträchtigt sind, seelisch zu entlasten, den Erwachsenen beim Verstehen der Regeln und Werte der deutschen Gesellschaft zu helfen, die Eltern emotional entlasten.

Zu den Aufgaben der Lotsen zählen die direkte Ansprache von Flüchtlingsfamilien in den Heimen mit Hilfe von Dolmetschern, die Begleitung erkrankter Flüchtlinge zu Arztterminen und Beratungsstellen und die Organisation von Dolmetschern. Außerdem sollen vor allem Kinder durch spielerische Aktivitäten entlastet werden.

Für diese Aufgaben sollen die Lotsen qualifiziert werden, damit sie Flüchtlingsfamilien kultursensibel begleiten können. Interesse an anderen Menschen und Kulturen, Respekt, Geduld, Belastbarkeit, Einfühlungsvermögen und die Bereitschaft das eigene Handeln zu reflektieren, führt Schäffer als Grundvoraussetzungen für die Eignung als Lotse an.

Natürlich werden die Lotsen nicht ins kalte Wasser geschmissen. Der Kinderschutzbund selbst bereitet die Lotsen sorgfältig auf die ehrenamtliche Tätigkeit vor, begleitet sie bei der ersten Kontaktaufnahme mit Flüchtlingen und Dolmetschern und berät und unterstützt sie während der gesamten Dauer des Engagements. Auch für Versicherung, Erstattung der Fahrtkosten und eine Aufwandsentschädigung kommt der Kinderschutzbund auf.

In der ersten Phase dieses vom Land Niedersachsen unterstützten Projekts, das gestern seinen Anfang nahm, geht es um die Vernetzung mit den Akteuren der Flüchtlingsbetreuung in Rinteln, die Bedarfsklärung und Planung konkreter Maßnahmen und um den Aufbau eines Dolmetscherpools für verschiedene Sprachen. In der zweiten Phase, die im Februar beginnen soll, werden die Ehrenamtlichen geschult. Die dritte Phase startet im März. Dann sollen die Lotsen an die Flüchtlingsfamilien vermittelt werden.

Albrecht Schäffer selbst wird in den kommenden Tagen gemeinsam mit dem Rintelner Familienpaten Kianfar Kiani aus dem Iran die Prince Rupert School besuchen, Kontakte knüpfen und die Kinder über das bevorstehende Silvesterfest aufklären.red

Kontakt: Albrecht Schäffer, Telefon (0 57 51) 96 52 18, E-Mail: familienpaten-rinteln@gmx.de.

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