weather-image
15°
Neuer Ortsverband fordert eine kulturelle Teilhabe für alle / Naturfreibad für 200 000 Euro?

Linkspartei will Sozialpass für die Kurstadt

Bad Nenndorf (tes). Kaum gegründet, macht die Linkspartei von sich reden. Geht es nach ihr, könnten für Bürger mit geringem Einkommen bald bessere Zeiten anbrechen. Der neue Ortsverband Bad Nenndorf/Rodenberg hat ein Grobkonzept für einen "Sozialpass" auf den Weg gebracht - und will beim "Naturfreibad" mehr Druck machen.

Mark Schäfer ist neuer Vorsitzender des jüngst gegründeten Ortsv

Kulturelle Teilhabe für alle, lautet das Ziel dieses Ausweises, der Hartz 4-Empfängern und allen Personen und Familien, deren Einkommen unter dem 1,5 fachen des ALG-II-Satzes liegt, vergünstigten Eintritt zu Theater, Kino und in Sportstätten ermöglichen soll. Nach Schätzungen der Partei verfügen etwa 1300 Personen in Bad Nenndorf über ein so knappes Budget, dass sie für einen Sozialpass berechtigt wären. Der erste Entwurf, der als Diskussionsgrundlage dienen soll, sieht vor, dass die Verwaltung mit Vereinen und Institutionen entsprechende Rabatte aushandelt. Das gilt ebenso für eine mögliche Limitierung im Gesamtangebot der Plätze. Als nächsten Schritt hofft Ratsherr Daniel Püschel, die SPD für diese Idee zu gewinnen. Schließlich bilden beide Parteien eine Gruppe. Erst dann soll das Konzept gemeinsam im Detail vorgestellt werden. "Wir sind offen für weitere Vorschläge. Das Ziel steht im Vordergrund." Vereine und Institutionen hätten jedoch kaum einen Sturm auf die vergünstigten Plätze zu befürchten. Sollte der Sozialpass nachweisbar zu Mindereinnahmen führen, griffen zuvor festgelegte Maßnahmen - bis hin zu einem bereitgestellten Betrag im Verwaltungshaushalt der Stadt. Der Ortsverbandsvorsitzende Mark Schäfer hält jedoch auch Umsatzsteigerungen für denkbar: "Viele kulturelle Veranstaltungen sind bisher nicht ausverkauft." "Die Linke" will in Bad Nenndorf mehr Präsens zeigen und sich vor allem zum Thema Naturfreibad aktiv einbringen. Die bisherigen Bemühungen der WGN mit Hochglanzfaltblätter hätten nicht viel gebracht, bedauerte Schäfer. "Nur 70 Mitglieder sind bisher dem Förderverein beigetreten." Um mehr Bürger und Unterstützer zu erreichen, müssten alle zusammenarbeiten. "Einmal muss der Punkt kommen, an dem die Parteien einbezogen werden", forderte Püschel alle demokratischen Kräfte auf, an einem Strang zu ziehen. "Schließlich lauten die Alternativen: Naturfreibad oder nichts", betonte Schäfer. Püschel berichtete von den Erfahrungen der Organisatoren in Wunstorf/Luthe, die ein Naturfreibad als Förderverein und Genossenschaft realisiert haben. Mittels direktem Kontakt zum Bürger: "In Luthe sind sie von Haus zu Haus gelaufen", berichtete der Ratsherr von dem erfolgreichen Vorbild. 600 000 Euro seien hier für den Umbau des Freibades aufgebracht worden. Das Naturbad in Wennigsen habe 410 000 Euro gekostet. Püschel liege eine Kalkulation vor, mit der sich das Projekt in Bad Nenndorf schon für 200 000 Euro bewerkstelligen ließe. 100 000 Euro und damit ein beträchtlicher Teil der Kosten stünden zudem bereits im Haushalt. "Wenn das Projekt nicht bald angeschoben wird, ist das Geld weg", warnte Püschel auf diese Attraktivitätssteigerung für Nenndorf zu verzichten. Schäfer setzt in dieser Frage auf Zusammenarbeit der Parteien mit DLRG und dem VfL.

Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare