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Friedrich-Wilhelm Hoppe verabschiedet sich aus VVR-Vorstand mit zwei besonderen Vorschlägen

Linden im Blumenwall fällen - Haus abreißen

Rinteln (wm). Die Lindenallee im Blumenwall sollte gefällt und neu angepflanzt werden, die Stadt Rinteln das Geßnersche Haus erwerben, das zur Zwangsversteigerung ausgeschrieben worden ist und dann abreißen lassen.

Fr.-Wilhelm Hoppe

Friedrich-Wilhelm Hoppe wäre nicht der unbestechliche Beobachter der Entwicklungen in dieser Stadt, hätte er bei seinem Abschied aus der Vorstandsarbeit des Verschönerungverein nicht noch ein paar besondere Vorschläge zu machen. Bei der Versammlung des Verschönerungsvereins am Montagabend im "Stadt Kassel" erläuterte Hoppe, was damit gemeint ist: Jeder Baum erreiche nur ein gewisses Alter. Die um 1880 im Blumenwall gepflanzten Linden ständen zu eng zusammen, sie neigten sich deswegen alle nach Osten und drohten umzukippen. Die Bäume hätten teilweise die Mauer der Mühlenexter zerstört, die dichten Kronen verdunkelten den Blumenwall und machten ihn damit unattraktiv. Hoppe: "Man sollte den Mut haben, die Bäume alle zu entfernen und durch Neuanpflanzungen zu ersetzen. Spätere Generationen werden es uns sicherlich danken." Heute spräche auch niemand mehr über die notwendigen Baumfällaktionen in der Dankerser Straße, am Kirchplatz und am Kollegienplatz. Die neuangepflanzten Bäume bilden hier bereits wieder eine wunderschöne Kulisse. Auch der "Rosengarten" im Blumenwall befinde sich in keinem guten Zustand, sollte deshalb komplett umgestaltet werden, schlug Hoppe vor. Er seiüberzeugt, dass das Grünflächenamt der Stadt daraus wieder ein "Schmuckstück" machen könne. Ein Trauerspiel sei die Sanierung des Geßnerschen Hauses. Hoppe: "Es ist so gekommen, wie ich es vor vier Jahren prognostiziert habe." Rat und Verwaltung hätten sich damals durch eine Unterschriftenaktion beeinflussen lassen, "meist von Menschen, die gar nicht in unserer Stadt leben", den vernünftigen Beschluss zum Abriss des Hauses rückgängig zu machen. Hoppe: "Das Geßnersche Haus war kein Baudenkmal, sondern nur ein einzelner hässlicher Zahn ohne bauhistorischen Wert in einer abgebranntenHäuserzeile aus den Jahren 1884 und 1917." Die Stadt sollte jetzt den Mut haben, die Parzelle aus der Konkursmasse für den lächerlichen Preis von 10 000 Euro zu ersteigern, das Haus aus dem Denkmalschutz zu nehmen und dann abzureißen. Das würde das Altstadtbild rund um St. Nikolai verschönern und auch die Messen hätten einen Nutzen davon. Im Rahmen der Jahresversammlung gab Friedrich Wilhelm Hoppe nach 33 Jahren das Amt als Vorsitzender des Verschönerungsvereins ab. Erwartungsgemäß wurde sein Stellvertreter Marco Vogt einstimmig als neuer Vorsitzender gewählt, wie vom Vorstand vorgeschlagen. Kommentierte Vogt, im Hauptberuf Rechtsanwalt: "Ich stehe in großen Fußstapfen." Anschließend gab es Blumen und viel Lob und Anerkennung für Hoppe, der von der Versammlung zum Ehrenvorsitzenden ernannt worden ist. Nach der dritten überschwänglichen Laudatio bremste Hoppe mit trockenem Humor: "Leute, hört langsam auf, mein Heiligenschein fängt schon an zu drücken." Weiter im Vorstand: Horst Ahlswede, Rolf Bartels, Eugen Meyer und KlausDieter Rauch.

Marco Vogt
  • Marco Vogt
Schräglage: Diese Bäume an der Mühlenexter zerstören die Mauer u
  • Schräglage: Diese Bäume an der Mühlenexter zerstören die Mauer und landen, wenn sie fallen, auf dem Parkplatz der Wallstraße. Foto: tol
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