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Die Münderanerin denkt auch mit 85 Jahren noch lange nicht ans Aufhören

Lilli Katz: Gästeführerin der ersten Stunde

Bad Münder. Vor 29 Jahren haben die ersten Stadtführer ihre Ausbildung mit einer Prüfungsführung beendeten. Von den elf Absolventen sind lediglich zwei seitdem ohne Unterbrechung unterwegs. Eine von ihnen, Lilli Katz, feiert heute ihren 85. Geburtstag.

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Autor:

Monika Werner

Bad Münder. Rainer Timmermann war Bürgermeister in Bad Münder, als vor 29 Jahren die ersten Stadtführer ihre Ausbildung mit einer Prüfungsführung beendeten. Von den elf Absolventen sind lediglich zwei seitdem ohne Unterbrechung unterwegs, um Gästen die schönen Seiten der Stadt zu zeigen. Eine von ihnen, Lilli Katz, feiert heute ihren 85. Geburtstag.

Die zierliche Dame mit dem vollen weißen Haar mag auch noch immer nicht ans Aufhören denken. Viel zu viel Freude bereitet es ihr, den Menschen ihre Heimatstadt nahezubringen. Ihre Augen leuchten, wenn sie von ihrer Aufgabe berichtet: „Es ist einfach schön, wenn die Leute sich am Ende einer Führung bedanken und sagen, dass es ihnen viel Freude bereitet hat. Und ich unterhalte mich auch gern mit den Gästen.“

Gerade die Kurgäste seien oft froh, einfach mal was erzählen zu können und so hat Katz auch schon des Öfteren eine Einladung zum anschließenden Kaffeetrinken erhalten. In der Regel wartet aber schon ihr Mann Willi Katz ungeduldig auf sie, wenn die Führung mal wieder eine halbe Stunde länger gedauert hat, als geplant.

Gefragt nach ihrem liebsten Ort auf ihrem Rundgang antwortet sie ganz spontan: „Natürlich unsere schöne Kirche mit dem Turm.“ Früher hat sie ihn mit den Gästen auch bestiegen, aber das überlässt sie heute dem Türmer. Die schwere Platte hochzuheben, die auf die Aussichtsplattform führt, das schafft sie nicht mehr. Schwierig war bei der Besteigung übrigens nicht der Auf-, sondern der Abstieg. Einen etwas beleibteren Jungen bei einem Schulausflug haben sie nur mit Ach und Krach durch die Luke auf die schmale Stiege bekommen.

„Aber bei uns ist es doch überall schön“, begeistert sich die rüstige Dame, „die Altstadt, der Süntel, der Deister und auch Ausflüge nach Hameln, Hannover oder Hildesheim kann man von hier aus wunderbar machen.“ Botschafter mit einer solchen Liebe zu ihrer Heimat, die braucht die Stadt. Das war wohl auch einer der Gründe, warum Lilli Katz diese auf zahlreichen Messen repräsentiert hat. Und einen weiteren wichtigen Aspekt, warum sie noch nicht ans Aufhören denkt, den liefert sie mit schelmischen Lächeln: „Das hält fit, nicht nur die Beine, vor allem den Kopf.“ Will man einen Beweis für diese Aussage, so sollte man sich einmal sonnabends auf den Weg machen, wenn ein Rundgang mit Lilli Katz auf dem Programm steht.

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