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Zum 60. Todestag von Friedrich Muckermann

Lesung erinnert an einen kritischen Geist

Bückeburg (gp). Am 2. April 1946, also vor exakt 60 Jahren, starb - im Schweizer Exil und fernab seiner Geburts- und Heimatstadt Bückeburg - der Theologe, Publizist und Literaturkritiker Friedrich Joseph Muckermann. Der in dem Eckhaus Nr. 79 Lange Straße/Wallstraße (heute Foto-Klimmer) geborene und aufgewachsene Goethepreisträger gilt als eine der bemerkenswertesten heimischen Persönlichkeiten des 20. Jahrhunderts.

Gedenkgottesdienst zu Ehren einer herausragenden Bückeburger Per

Die hiesige katholische Kirchengemeinde nimmt das Todesdatum ihres einstigen Gemeindegliedes zum Anlass, um im Rahmen eines Gedenkgottesdienstes an Friedrich Muckermann zu erinnern. Die Veranstaltung findet am Sonntag, 26. März, um 10.30 Uhr, statt. Statt der Predigt wird es eine Lesung geben. Zeitzeugin und Muckermann-Biographin Eva Rademacher aus Bückeburg stellt Leben und Werk des ungewöhnlichen Mannes vor. Gemeinderatsvorsitzender Johannes Kersting will Anmerkungen und Hinweise aus der Gemeindechronik beitragen. Friedrich Muckermann war am 17. August1883 im Eckhaus Nr. 79 Lange Straße/Wallstraße geboren worden. Nach dem Abitur am Adolfinum studierte er Theologie, Philosophie, Germanistik und Literaturwissenschaften und wurde Jesuit und Priester. Auf Wunsch seiner Ordensoberen engagierte er sich in der kirchlichen Öffentlichkeitsarbeit. Schon bald galt er als einer der profiliertesten deutschsprachigen Journalisten, Kritiker und Kommentatoren. Er schrieb mehrere Bücher. 1931 wurde er aus Anlass von Goethes 100. Todestag mit dem Goethe-Literaturpreis ausgezeichnet. Zeitgenossen schilderten ihn als stattliche und souveräne Erscheinung mit beinahe charismatischer Ausstrahlungskraft. Darüber hinaus konnte er mitreißend reden. Sein konsequentes Eintreten für Freiheit und Menschenwürde brachte Muckermann schon früh in Konflikt mit dem Hitler-Regime. Seine Werke wurden wegen ihres "undeutschen Geistes" öffentlich verbrannt. Er musste Deutschland verlassen. 1938 wurde ihm die deutsche Staatsbürgerschaft aberkannt. Er starb 1946 im Alter von 62 Jahren im Schweizer Exil.

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