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Gut besuchte Info-Veranstaltung der Graf-Wilhelm-Schule / Experten sehen endlich wieder Licht am Horizont

Lehrstellen für Hauptschüler? "Es sieht ganz positiv aus!"

Bückeburg (bus). Die gute Nachricht gab es gleich vorweg. "Es sieht ganz positiv aus", gab Reinhard Winter den Teilnehmern des Ausbildungsinformationsabends der Graf-Wilhelm-Schule zu verstehen. Und auch für Hauptschüler seien reichlich Chancen vorhanden, eine Lehrstelle zu finden, führte der Leiter der IHK-Geschäftsstelle Schaumburg aus. Da nahm es nicht wunder, dass sich auch der Rest des Abends als äußerst erbaulich erwies. "Wir sind sehr zufrieden", bilanzierte Schulleiterin Dirka Rödenbeck.

Christian Engelke (links am Stehtisch) erläutert dem jugendliche

Das federführend von Schul-Soozialarbeiterin Michaela Röhrich vorbereitete Kolloquium führte am Montagabend Schüler der achten, neunten und zehnten Klassen der Hauptschule, viele Eltern, beinahe das komplette Kollegium und Vertreter von 18 zumeist Bückeburger Unternehmen zusammen. Winter berichtete von einem Anstieg der Ausbildungsplätze im vergangenen Jahr zwischen durchschnittlich zehn (Handwerk) und 15 (Handel) Prozent. "Und ich erwarte, dass sich daran 2007 nicht viel ändern wird", sagte Winter. Er betonte, dass die Wirtschaft von den Berufsanfängern "nichts Außergewöhnliches" erwarte - gute Kenntnisse im Rechnen und Schreiben sowie eine gewisse Sozialkompetenz sollten allerdings schon vorhanden sein. Christian Engelke, der die Situation aus Sicht der Ausbilder schilderte, brachte die Voraussetzungen noch komprimierter auf den Punkt. "Ganz wichtig ist das tatsächliche Interesse am zukünftigen Beruf", stellte der Inhaber der Gärtnerei "Engel& Engelke" heraus. Darüber hinaus müssten die Bewerber offen und ehrlich sein und "wissen, was sich gehört". Engelke ging über die Einschätzung Winters hinaus und bescheinigte den Hauptschülern speziell für das Gärtnereiwesen bessere Aussichten als Absolventen von Realschule oder Gymnasium. Ohne eine gehörige Portion Ehrgeiz könne das Zusammenspiel von Ausbildern und Azubis nicht funktionieren. Engelke: "Die Lehre ist kein Zuckerschlecken." Im Anschluss an die von den Organisatoren bewusst knapp gehaltenen Einführungen hatten die Schüler mehr als eine Stunde lang Gelegenheit, sich intensiv mit den unterschiedlichen Berufsbildern vertraut zu machen. Dabei erwies sich die gründliche Vorbereitung im Vorfeld als hilfreich. Lehrer- und Schülerschaft hatten im Unterricht gemeinsam Beispielsfragen an die Ausbilder vorformuliert. Das Fragenprofil beinhaltete Informationsbedürfnisse nach Vorstellungen des Betriebs und Anforderungen des Ausbildungsberufs ebenso wie die Ausgestaltung der Bewerbungsunterlagen und die persönlichen Berufschancen. Der Gesamterfolg der Veranstaltung, mit der die Graf-Wilhelm-Schule völliges Neuland betrat (und im Endeffekt mehr erreichte als die jüngste Auflage der Bückeburger Ausbildungsbörse), war nicht zuletzt dem Edelmut der Zielgruppe zu verdanken. Als Winter das Publikum eingangs seiner Ausführungen mit einem vermeintlich jovial gemeinten "hallo kids" begrüßte, war ein unüberhörbares Raunen zu vernehmen. Die jungen Frauen und jungen Männer, denen ein überaus selbstbewusstes Verständnis von Reife, Fitness und Halbstärke innewohnt, ließen sich von der erheblich fehlplatzierten Floskel nicht beeindrucken und fragten den Firmenvertretern sprichwörtliche Löcher in die Bäuche.

Erwin Tatge vom gleichnamigen Autohaus (sitzend rechts) ist eine
  • Erwin Tatge vom gleichnamigen Autohaus (sitzend rechts) ist einer der gefragtesten Gesprächspartner der Informationsveranstaltung.
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