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Tafel: Im DRK-Heim ist es zu eng

Lange Straße 10: Stimmt der Preis, wird verkauft

Obernkirchen (sig/rnk). Die Polizei wird nicht in die Lange Straße umziehen, die Stadt sucht für das Haus Nummer 10 einen Käufer. Damit stellt sich für die Obernkirchener Tafel die Frage: wohin? Bis auf weiteres wird die Tafel ihren Platz im DRK-Heim an der Beeker Straße behalten, denn ein Wechsel in das städtische Gebäude Lange Straße 10 ist nicht unproblematisch.

Sicher ist zum Jahresende nur, dass die Polizei dort, wie eigentlich gewünscht, nicht einziehen wird. Bürgermeister Oliver Schäfer verweist auf das Bornemann-Gebäude bei der Ursachenforschung. Der Liegenschaftsfonds des Landes Niedersachsen habe einen Umzug der Polizei an eine Auflösung des Mietvertrages für das Land Niedersachsen gekoppelt: keine Auflösung, kein Umzug. Bekanntlich zahlt das Land bis 2013 viel Miete für ein leerstehende Gebäude, was zwar als alljährliches Ritual vom Bund der Steuerzahler angeprangert wird, aber bei der Stadt eben für feste Einnahmen sorgt. Das letzte Angebot des Liegenschaftsfonds über 220 000 Euro Ablösung für eine Vertragsauflösung hatte der Verwaltungsausschuss ohne große Debatte abgeschmettert: Politik und Verwaltung hatten ein deutlich höheres Angebot erwartet, um einer Auflösung des Mietvertrages zuzustimmen. Die Revanche: Es gibt keinen Umzug der Polizei in die Innenstadt. Wie geht es also weiter mit dem städtischen Gebäude in der Langen Straße? Die Wohnungen oben sind vermietet, die Geschäfte unten stehen leer. Eigentlich sollte die Obernkirchener Tafel in den rückwärtigen Teil des Hauses ziehen, doch diese Pläne sind erst einmal auf Eis gelegt. Denn der Verwaltungsausschuss hat der Verwaltung grünes Licht gegeben: Stimmt das Angebot, kann über einen Verkauf jederzeit ernsthaft beraten und entschieden werden. Und ob die Tafel in das Gebäude ziehen wird, wenn dem Haus ein ungewisses Verkaufsschicksal droht, ist fraglich. Dieter Horstmeyer, der 1. Vorsitzende des DRK-Ortsvereins, der Träger der Tafel ist, erklärte, dass er die Nachricht erhalten habe, dass die Stadt sich mit dem Gedanken trage, das Gebäude in der Langen Straße zu verkaufen. Im kommenden Jahr müsse man sich Gedanken darüber, ob sich der Obernkirchener Tafel ein alternativer Standort anbiete, denn auf Dauer sei es im DRK-Heim zu eng. Dass die Tafel hinter dem Jugendzentrum nicht besonders schön untergebracht ist, ist unstrittig. Allerdings hat der Platz einen großen Vorteil: Er ist völlig uneinsichtig und liegt weit ab vom Publikumsverkehr; wer dort bei der Tafel seine Lebensmittel entgegen nimmt, wird nicht gesehen. Dass die Tafel-Klientel diese Abgeschirmtheit durchaus zu schätzen weiß, erfuhr Schäfer mit einer Abordnung beim ersten Geburtstag der Tafel. Als er dort mit einer kleinen Delegation gratulieren wollte, reagierten die Tafel-Empfänger leicht verschnupft.

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