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Im gemeinsamen Wahlkreis zeichnen sich Hamelner Kandidaturen ab

Landtagswahl:Überlässt Rinteln seinen Nachbarn das Feld?

Rinteln/Hameln (wer). Im neuen Landtagswahlkreis scheint Rinteln die Rolle des Juniorpartners zuübernehmen: Während in Hameln potenzielle Kandidaten von SPD und CDU längst in den Startlöchern stehen, ist in Rinteln kein Bewerber auszumachen.

Volker Brockmann

Im Herbst 2004 hat Rinteln im Streit um die Neuzuschneidung der Landtagswahlkreise verloren, das Stadtgebiet wurde vom zentralen Schaumburger Wahlkreis abgetrennt und einem neuen Wahlkreis mit den Städten Hameln und Hessisch Oldendorf zugeschlagen. Im Wahlkreis Schaumburg kandidiert für die SPD jetzt der Steinberger Heiner Bartling - und hinterlässt in seinem Wohnort-Wahlkreis personellen Leerstand. Selbst wenn der SPD-Stadtverband wollte: Er findet keinen geeigneten Bewerber. "Es bietet sich niemand an", sagt Rintelns Parteichef Wolfgang Foerstner. Folglich werde man den Bewerber aus Hameln, den amtierenden Landtagsabgeordneten Volker Brockmann, unterstützen. Ähnlich ist die Situation bei der CDU, auch der amtierende Landtagsabgeordnete Joachim Runkel kandidiert (ebenso wie übrigens Ursula Helmhold von den Grünen) im Schaumburger Wahlkreis. Im Unterschied zur SPD können hier aber auch die Hamelner Christdemokraten nicht mit einem Amtsbonus ins Rennen gehen. Der bisherige Hamelner CDU-Abgeordnete Hans Peter Thul wechselte im November für Friedbert Pflüger in den Bundestag. Und: Bei der CDU wird der gemeinsame Kandidat nicht wie bei der SPD durch Delegierte, sondern durch Urwahl der Mitglieder bestimmt (am 4. Mai in Hessisch Oldendorf). Rechnerisch könnten Rinteln und Hessisch Oldendorf hier einen gemeinsamen Kandidaten gegen Hameln durchsetzen, zusammen verfügen beide Verbände über die Mehrheit der Mitglieder. Allerdings: Derzeit bieten weder Hessisch Oldendorf noch Rinteln einen Bewerber auf. Anders Hameln: Hier werden dem Stadtverbands-Vorsitzenden Michael Vietz Ambitionen und beste Chancen nachgesagt. Vietz hatte seinen Hut bereits vor fünf Jahren in den Ring geworfen. Außerdem wird der Schriftführer des Stadtverbandes, Thomas Meyer-Hermann, als Interessent gehandelt. Beide wollen die "K-Frage" derzeit aber nicht kommentieren. Gewählt wird in Niedersachsen am 27. Januar 2008. Parteiintern werden Rechenexempel angestellt, wie die letzten Landtagswahlen ausgegangen wären, hätte es die neuen Wahlkreise schon gegeben. Wie das Landesamt für Statistik ermittelt hat, wären sowohl der Schaumburger als auch der Hameln/RintelnerWahlkreis von der SPD dominiert worden, die Sozialdemokraten hätten 1986, 1990, 1994 und 1998 die Direktmandate gewonnen. 2003 hätte dagegen die CDU beide Wahlkreise geholt.

Michael Vietz
  • Michael Vietz
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