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Landtagswahl: Stadt hat genug Helfer – gerade so

BAD MÜNDER. Luisa Bosse ist 22 und hat sich für die Landtagswahl als Wahlhelferin gemeldet. Eine Aufgabe, die sie nicht zum ersten Mal übernommen hat. „Ich war schon bei der Kommunalwahl und bei der Bundestagswahl als Helferin dabei“, sagt sie. „Erst als Beisitzerin, nun als stellvertretende Schriftführerin.“

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Autor:

Christoph Huppert und Benedikt Dittrich

Wenn es das Recht zu wählen gibt, dann sei es Ehrensache, als Wahlhelfer anzutreten, meint die Münderanerin, die auch bei der SPD engagiert ist. „Das ist für mich eine Bürgerpflicht.“

Allein in Bad Münder sind in den 22 Wahlbezirken 176 Helfer im Einsatz, als Vorstand, Schriftführer, Helfer in zwei Schichten. Aufgrund der Ferien und der Bundestagswahl im September sei es dieses Mal eine besondere Herausforderung gewesen, genug Helfer zu finden, sagt Wahl-Koordinator Tobias Pischel: „Wir sind oft nicht beim ersten Mal fündig geworden.“ Einige waren verreist, außerdem wollten einige nicht zwei Mal so kurz hintereinander bei einer Wahl helfen. Trotzdem ist Pischel zufrieden – und lobt ausdrücklich die Bereitschaft in Bad Münder.

Luisa Bosse bestätigt, dass das Helferamt beileibe keine langweilige Tätigkeit ist. „Da trifft man mitunter Leute, die man lange nicht gesehen hat, führt viele interessante Gespräche. Nicht nur über Politik, sondern eben auch mal Klatsch und Tratsch.“

Vorgeschrieben sind für die Wahlvorsteher ein Erfrischungsgeld von 35 Euro, für Schriftführer, Stellvertreter und Beisitzer 25 Euro. Pischel weiß auch, dass einige Landkreise mehr zahlen. In Bad Münder sei das bisher nicht nötig gewesen – Pischel hält es außerdem für den falschen Ansatz, mit Geld für das Ehrenamt zu locken.
Luisa Bosse sieht das mit einem Lächeln. „Wir geben das bei uns alle in einen Topf“, sagt sie. In ihrem Wahllokal wird in zwei Schichten gearbeitet. Was aber, wenn ein Wähler auf den allerletzten Drücker kurz vor oder gar nach 18 Uhr erscheint? „Die Schlange, die sich dann vielleicht noch gebildet hat, die wird abgearbeitet, aber sobald die Urne vom Wahlvorstand geöffnet worden ist, geht nichts mehr.“ Ab 18 Uhr ist dann höchste Konzentration gefragt. Die verschiedenen Häufchen werden durchgezählt, mehrfach sorgfältig kontrolliert, protokolliert. „Das ist anstrengend, denn hier geht Sorgfalt vor Schnelligkeit.“ Dennoch freut sich Luisa Bosse schon auf den Sonntag.

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