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Landtag: Streit über IGS

Stadthagen/Hannover (ssr). Eine Bemerkung von Kultusminister Bernd Busemann (CDU)über die Oberstufe an der IGS Schaumburg hat gestern Nachmittag im Landtag zu heftigem Aufruhr geführt.

Dieser entzündete sich an einer Frage nach der Erfolgsquote von IGS-Schülern beim Abitur an der früheren gemeinsamen Oberstufe mit dem Wilhelm-Busch-Gymnasium. Nachdem er dazu entsprechende Zahlen referiert hatte, fügte der Minister wörtlich hinzu: "Jetzt hat die IGS eine eigene Oberstufe. Es wird wahrscheinlich so sein, dass jetzt mehr das Abitur schaffen." Daraufhin brach in den Reihen der SPD sofort helle Empörung aus. "An Dummheit nicht mehr zu überbieten" sei diese Anspielung Busemanns, rief spontan der Schaumburger Landtagsabgeordnete Heiner Bartling. "Eine Ungeheuerlichkeit" sei die Bemerkung des Ministers, schloss sich SPD-Fraktionschef Wolfgang Jüttner an. Denn in ihr stecke der Vorwurf, dass diejenigen, die an Gesamtschulen das Abitur abnehmen, nicht die im Lande hinsichtlich der Qualität geltenden Kriterien einhalten. Diese offenkundige Unterstellung sei "unerhört", schimpfte Jüttner. Busemann entgegnete, er sei "bewusst oder unbewusst falsch verstanden" worden. (Zwischenruf von Bartling: "Wir haben Sie genau richtig verstanden!") Selbstverständlich, so Busemann, werde das Abitur im ganzen Land bei Gymnasien und Gesamtschulen "nach dem Gleichsatz der Gleichbehandlung" abgenommen. Er fügte hinzu: "Auch wenn Sie gemeint haben, da einen Unterton ausmachen zu müssen." Darauf rief Jüttner dem Minister zu: "Das war ein Oberton." Das verbale Scharmützel war Teil einer längeren Debatte über eine Anfrage der SPD-Fraktion zu den mehr als 400 Ablehnungen an der hiesigen IGS und zu den vielfach geäußerten Forderungen nach Abschaffung des Errichtungsverbotes für Gesamtschulen.

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